Sozialmarkt bietet günstiges für die Ärmeren. Gemüse, Mehl oder Nudeln für finanzschwache Leute. Flüchtlinge helfen mit.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 22. Mai 2019 (04:35)
Widhalm
Der Verkaufsraum in der Thurnhofgasse wird gerade für den Sozialmarkt, der am 24. Mai eröffnet wird, auf Vordermann gebracht.

Martin Kalchhauser
Dieter Schewig: „Für uns ist das Spannendeste, dass Flüchtlinge mitarbeiten.“

„soogut“-Sozialmärkte sind im Waldviertel nur in Heidenreichstein vertreten, aber ab dem 24. Mai auch in Horn. Die gemeinnützige Gesellschaft eröffnet um 10 Uhr mit dem Verein „willkommen Mensch! in Horn“ einen neuen Standort in der Thurnhofgasse 26.

„soogut“-Chef Wolfgang Brillmann ist froh, dass „endlich die regionale Versorgung“ von finanzschwachen Menschen gewährleistet ist – besonders „nach dem Aus für die mobilen Sozialmärkte im Waldviertel“ im Vorjahr. Dieses Projekt finanzierte sich über AMS-Förderungen, die gestrichen wurden.

„Wir haben in Horn über 100 Leute, die bisher bezugsberechtigt waren“,Dieter Schewig

Der Horner Sozialmarkt funktioniert im Zusammenspiel mit jenem in Bezirk Gmünd: „Wir kriegen die Waren aus Heidenreichstein angeliefert“, erklärt Dieter Schewig, Mitgründer von „willkommen Mensch!“. Nahrungsmittel, aber auch Hygieneartikel werden von Supermärkten, regionalen Bauern, kleinen Betrieben und Einzelpersonen abgeholt. Ein Teil davon wird dann auf 35 Quadratmetern in Horn geboten.

SAM NÖ
Wolfgang Brillmann

Bedarf ist vorhanden: „Wir haben in Horn über 100 Leute, die bisher bezugsberechtigt waren“, berichtet Schewig. Die Kunden müssen ihre schwache Finanzkraft vorweisen: Einkommen, Haushaltsgröße und Schulden werden berücksichtigt. Sie erhalten einen Pass, der ein Jahr gilt, und können Gemüse, Mehl oder Nudeln günstig einkaufen. „soogut“ betont, dass Kaufkraft und Selbstbestimmung gesteigert werden, wenn am Ende mehr Geld für Notwendiges übrig bleibt.

Kleidung aus zweiter Hand ist dort nicht zu finden, das bleibt dem Henry-Laden des Roten Kreuzes vorbehalten. Der Verein, der den Raum zur Verfügung stellt, ist gerade fieberhaft mit den Vorbereitungen beschäftigt. Fünf sind in der Organisation, zehn Personen dann im laufenden Betrieb tätig.

Flüchtlinge helfen im Sozialmarkt mit

Spannend ist für Schewig, dass Flüchtlinge im Sozialmarkt mitarbeiten. „Die meisten Geflüchteten sind froh, wenn sie sich ehrenamtlich betätigen können“, erklärt er. „Wir schaffen einen neuen Begegnungsraum und sprechen neue Bevölkerungsschichten für unsere Integrationsarbeit an“, ergänzt Susanne Ferstl, Obfrau bei „willkommen Mensch!“. Schewig spricht aus Erfahrung: „Dort, wo sich die Leute kennen, gibt’s keine Probleme.“