Lukas Mandl (ÖVP): Ein Nein zur Atomenergie. EU-Abgeordneter Mandl tritt mit der Bezirks-ÖVP gegen Endlager bei der Staatsgrenze und die Energieform an sich auf.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 22. Mai 2019 (03:20)
Karin Widhalm
Bürgermeister, Vizebürgermeister und Gemeindevertreter aus dem Bezirk Horn treten mit dem EU-Abgeordeneten Lukas Mandl geschlossen gegen Atommüllendlager im Grenzgebiet auf (v. l.): Eduard Kranzl (Japons), Friedrich Stark, Josef Spiegl (beide Drosendorf-Zissersdorf), Karl Braunsteiner (Japons), Gabriele Kernstock (St. Bernhard-Frauenhofen), Andreas Nendwich (Pernegg), Jürgen Maier (Horn), Lukas Mandl, Johann Glück, Karl Leitner (beide Geras), Hildegard Juricka (Drosendorf-Zissersdorf), Franz Linsbauer (Langau), Elisabeth Hirsch und Reinhard Nowak (beide Weitersfeld).

EU-Abgeordneter Lukas Mandl (ÖVP) tourte in der Vorwoche durchs Waldviertel, um vor der EU-Wahl am 26. Mai die Wählerschaft zu mobilisieren. Er brachte flankiert von Bürgermeistern im Schüttkasten sein „Nein zum Atommüllendlager“ an der Grenze zum Ausdruck.

„Wir sind als Region unmittelbar betroffen“, führt Landtagsabgeordnete Jürgen Maier plastisch vor Augen, wie weit mögliche Standorte entfernt sind. Das Endlager Čihadlo bei Lodhéřov nördlich von Litschau liegt 21 Kilometer von der Landesgrenze. „Das entspricht der Strecke Horn-Geras“, ergänzt der Horner Bürgermeister. „Dazu können wir nicht stehen.“

Tschechien wolle zudem den Anteil an Atom-Energie von 33 auf 50 Prozent erhöhen. Die Menge an radioaktiven Abfällen wird dann steigen. Man müsse an die Sicherheit und Gesundheit der Bürger denken. „Hier ist die europäische Ebene gefragt.“

Mandl: Anrainer sollten einbezogen werden

Mandl fordert, Anrainer-Interessen längs staatlicher Grenzen einzubeziehen. Er möchte, dass Sicherheitsvorgaben erhöht werden. Der 39-Jährige sieht Chancen, das erreichen zu können, auch weil Deutschland den Atomkraft-Ausstieg vorangetrieben hat. Bürger sollen sich an Aktionen beteiligen. Man habe Zeit zu reagieren, weil Tschechien 2020 die Standortwahl treffen werde. Mandls großes Ziel sei der europaweite Ausstieg aus der Atomenergie.

Drei Gemeinden liegen unmittelbar an der tschechischen-österreichischen Grenze. Die zwei Bürgermeister Josef Spiegl (Drosendorf-Zissersdorf) und Franz Linsbauer (Langau) hatten Gelegenheit, mit Amtskollegen die Thematik zu besprechen. Spiegl beobachtet, dass Österreicher wie Tschechen gern auf stur schalten, wenn von oben herab gepredigt wird.

Linsbauer berichtet, dass tschechische Bewohner kaum sensibilisiert seien. Atomkraft werde – ohne den Atommüll in die Rechnung mit einzubeziehen – als saubere, billige Energieform gesehen. Oft werde ein „Totschlag-Argument“ aufs Tapet gebracht, dass Linsbauer selbst zu denken gibt: Österreich bezieht ja Atomstrom. Die IG Windkraft sprach 2018 von bis zu 16 Prozent.