Wettkampftruppe aus St. Marein: "Für uns ein Erfolg“. Welche Ziele die Wettkampftruppe aus St. Marein verfolgt und was die Bewerbe der Wehr bringen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 03. Juli 2019 (04:56)
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Traten beim Landesbewerb an (hinten, v. l.): Wolfgang Aigner, Benedikt Kainrath, Niklas Kainrath, Andreas Aigner, Thomas Glanz, (vorne,v. l.) Norbert Allram, Daniel Heily, Martina Glanz, Jürgen Bacher, Daniela Allram.

Ein großes Ziel hat Sankt Marein vor Augen, als die Wettkampftruppe am Samstagvormittag vor dem Feuerwehr-Haus zusammenkommt: Die Mitglieder holen Gurte und Helme zusammen, packen Wasser und Müsliriegel ein. Sie treffen die letzten Vorbereitungen für die Landesleistungsbewerbe in Traisen, als die NÖN zum Gespräch bittet.

„Wir könnten es schaffen, dass wir beim Bundesbewerb antreten“, überlegt Andreas Aigner. Übertrieben ist das Ziel nicht. Die Gruppe besteht seit zehn Jahren, zumindest in der jetzigen Formation, und sie ist motiviert. Das erste Training des Jahres beginnt im Februar im Feuerwehr-Haus. Intensiver wird’s dann im April, wo im Freien gelaufen und gekuppelt wird. Jede Woche trifft man sich einmal. Schnell muss es gehen, wenn der Löschangriff beim Bewerb simuliert wird. Das Zeug dazu hat St. Marein.

„Ich muss noch Überzeugungsarbeit leisten, aber ich bemühe mich.“Andreas Aigner will eine Damenwettkampftruppe in St. Marein aufbauen

Die Truppe – bestehend aus Männern und Frauen – hat sich im Laufe der Jahre bis zum elften Platz von 678 angetretenen Gruppen bei den Landesleistungsbewerben in Retz gesteigert (Bronze ohne Alterspunkten). „Wir waren erstmals beim Firecup dabei.“ Der lief ein Jahr später in Mank ab, wo der fünfte Platz erreicht wurde. Das wiederum qualifizierte die Mannschaft für den Bundesbewerb 2016 in Kapfenberg, wo die Leistung im Mittelfeld lag. Fazit: „Für unsere kleine Feuerwehr ist das ein Riesenerfolg“, betont Aigner. Insgesamt 40 Mitglieder umfasst die Wehr.

2019 reichte es nicht: „Es ist nicht optimal gelaufen und wir hätten uns ein besseres Ergebnis erwartet“, schickte Daniela Allram am Sonntag die Nachricht durch. St. Marein ist auf Platz 116 bei 584 angetretenen Gruppen in der Kategorie „Bronze ohne Alterspunkte“ gereiht. 15 Fehlerpunkte kassierte man, erzählt Aigner. „Jeder Schlauch muss voll ausgerollt sein, das sieht man dann nicht mehr, weil die Zeit nicht mehr reicht“, führt er aus, wie es dazu gekommen ist. Jeder Tag sei eben nicht gleich. Aber: „Das hält uns nicht auf, wir werden natürlich nächstes Jahr wieder antreten, solange die Gruppe besteht.“ Und: Den respektablen Platz 47 verzeichnet man in „Silber ohne Alterspunkte“ (von 360 Gruppen).

Das ist die beste Platzierung für den Bezirk in dieser Kategorie (mehr dazu: Seite 4). Bronze heißt: Jeder weiß, wer welche Aufgabe – etwa, wer das Strahlrohr führt – ausführt. Silber bedeutet, dass die jeweilige Position ausgelost wird. „Das ist nicht unsere Spezialität, aber Platz 47 ist für unsere Verhältnisse eine sehr gute Leistung. Das haben wir noch nie gehabt. Das ist für uns ein Erfolg“, erläutert Aigner.

Gemeinschaftsgefühl und die Gruppendynamik motivieren

Was motiviert die Sankt Mareiner, sich mit anderen messen zu wollen? Alle sind sich ziemlich einig: Das Gemeinschaftsgefühl und die Gruppendynamik erstarken und möchten gepflegt werden. „Schön ist es, wenn man dann Erfolg hat. Das pusht dann“, schildert Allram. Man trainiere dann viel lieber.

Die Wettkampftruppe ist oft anzutreffen im Bezirk, weil sie in den verschiedenen Kuppelbewerben antreten. 2019 trat sie als Organisator eines Bewerbs in Irnfritz auf, wo 23 Gruppen angetreten sind. „Sie waren vom Niveau her recht hoch und zeigten starke Leistungen“, erzählt Allram.

Können die Mitglieder aus den Trainings etwas für die Einsätze mitnehmen? „Die Fertigkeit am Gerät: Man gewinnt eine Vertrautheit“, erklärt Aigner. Die Geschwindigkeit zähle zwar viel mehr beim Bewerb, während das genaue Arbeiten im Einsatz vordergründig ist. „Das Prinzip ist aber dasselbe.“ Aigner verfolgt noch ein Ziel, das er allerdings nur erreichen kann, wenn er weitere Frauen für seine Idee begeistern kann. Er will eine Damenwettkampftruppe aus Sankt Marein auf die Beine stellen.

„Ich muss noch Überzeugungsarbeit leisten, aber ich bemühe mich“, lächelt er. Die zehnköpfige Bewerbsgruppe hat jetzt zwei Frauen in ihrem Kreis.

Alle Fotos und Berichte zu den Landesfeuerwehrleistungsbewerben 2019 findet ihr auch im Sonder-Ressort auf NÖN.at!

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