Frauenhofen-Siedlung möchte Rasern Einhalt gebieten. Jungfamilien machen sich Sorgen, aber Vizebürgermeisterin Gabriele Kernstock und die Gemeinde bereiten eine Lösung vor.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 12. Oktober 2019 (11:55)
Karin Widhalm
Die Frauenhofer Straße verläuft zwischen Siedlung und Freiland, diese Situation verleitet offenbar zum Schnellfahren: Daniela Brunner mit Julia, Bianca Dangl mit Maja, Kerstin Kasper mit Sophie, Vizebürgermeisterin Gabi Kernstock mit Sebastian, Caroline Puhm mit Elsa.

Die Zeit ist schnelllebig, zu sehr, wenn Jungfamilien den Verkehr beobachten. Mütter, Kinder und Vizebürgermeisterin Gabriele Kernstock versammeln sich bei der Eichenstraße in Frauenhofen (Richtung Horn), also beim ersten Zufahrtsweg in eine Reihenhaus-Siedlung. Die Geschwindigkeit ist auf der betonierten Landesstraße auf 50 km/h beschränkt, kaum jemand beachte dies.

„Das ist der Einzige, der sich daran hält, weil er nicht anders kann“, deutet Kernstock gerade lächelnd auf einen vorbeifahrenden alten Traktor. Die Stimmung ist locker, aber jede der Frauen ist das Thema wichtig. Der Blick wird ernst, als das nächste vorbeifahrende Auto gesichtet wird: Der Lenker beschleunigt aus der Ortschaft kommend – in der 50er-Zone.

"Das sind genug, die das machen"

Man macht sich Sorgen. „Wenn der Ball auf die Straße rollt, natürlich rennen die Kinder ihm nach“, erläutert Daniela Brunner, deren Haus gleich neben der Landesstraße steht. Dazu komme, dass Pkw-Lenker zwar Kinder sehen würde, aber dennoch nicht langsamer werden. „Das sind genug, die das machen.“

Und: Immer wieder werden Pkw-Lenker überholt, die sich an die 50 km/h halten oder langsamer werden, weil sie abbiegen wollen. „Das wird mit der Insel dann komplett unmöglich werden“, verrät die Vizebürgermeisterin die weiteren Pläne der Gemeinde. Man sei an den Punkt angelangt, wo eine mechanische Barriere am sinnvollsten erscheine.

Bisherige Maßnahmen "wenig gefruchtet"

Die 50 km/h-Tafel besteht seit 2017, die Gemeinde stellte ihr Verkehrsmessgerät auf, um die Menschen auf die Veränderung gewöhnen zu können, und selbst die Polizei war mehrmals vor Ort. „Das hat alles wenig gefruchtet“, schildert Kernstock, die in der Nähe wohnt.

Die Messung habe ergeben, dass 1.100 Fahrzeuge die Straße nutzen. Der Großteil halte sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit, egal, ob es 9 Uhr früh oder nachmittags sei. Das seine großteils Ortskundige: „Da fahren zu 90 Prozent immer dieselben“, ergänzt Kernstock. Höchstspitze: 115 km/h.

Sachverständiger sieht sich Situation vor Ort an

Frauenhofen strebt jetzt – wie in der Horner Ortseinfahrt – einen Fahrbahnteiler an, der Lenker zur Reduktion der Geschwindigkeit zwingt. Die Gemeinde hat der Bezirkshauptmannschaft Horn den Antrag zugesandt und wartet jetzt auf den Termin der Verkehrsverhandlung mit einem Sachverständigen des Landes NÖ. Geklärt wird dann, ob die Umsetzung der Verkehrsinsel möglich ist und wenn ja, wo sie genau gebaut werden soll.

Die Gemeinde ist jedenfalls vorbereitet und hat bereits Gespräche mit den zwei Grundeigentümern geführt. Wird grünes Licht gegeben, werden kleine Fläche angekauft. Wichtig sei eben die Sicherheit der Kinder, alleine in der Eichenstraße zählen die Frauen 25 junge Erdenbürger auf; nimmt man die parallel verlaufende Fasangasse dazu, sei die Zahl doppelt so hoch.