„Basteln“ an Radwege-Netz

Eine groß angelegte Fragebogenaktion gemeinsam mit der Boku soll in Gars Möglichkeiten für Radverkehr ausloten.

Erstellt am 13. Juni 2021 | 04:32
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Mit Boku-Professor Michael Meschik werden die Studentinnen Cornelia Weber und Stefanie Blank (2. bis 4. v. r.) die Befragungen und die Ausarbeitung durchführen. Bürgermeister Martin Falk (r.), Mobilitätsmanager Philip Laister und der Garser Mobilitätsbeauftragter Gerald Steindl (v. l.) stehen ihnen als Partner zur Seite.
Foto: Rupert Kornell, Rupert Kornell

„Bei der Umfrage im Oktober des Vorjahres zur Mobilität in Gars hat sich herausgestellt, dass Radfahren das Thema ist, das im Mittelpunkt des Interesses steht. Und das war für uns doch einigermaßen überraschend“, bekannte Bürgermeister Martin Falk und stellte den nächsten Schritt vor: „Wir bleiben da drauf und haben uns einen Profi geholt, der dieses Thema bearbeiten wird.“

Dieser Profi ist der Professor der Universität für Bodenkultur, Michael Meschik, der dabei von seiner Kollegin am Institut für Verkehrswesen, Juliane Stark, und zwei Studentinnen, Stefanie Blank und Cornelia Weber, unterstützt wird. Die beiden werden im Zuge ihrer Masterarbeit das Thema „Radverkehr in Gars am Kamp“ untersuchen und daher in naher Zukunft öfter in Gars anzutreffen sein, wo sie Verkehrserhebungen und Befragungen durchführen.

Meschik bezeichnet das Fahrrad als „beliebtes Verkehrsmittel, nicht nur im Freizeitbereich, sondern auch im Alltagsverkehr“. Es wäre gerade in Gars von der Topografie und den Entfernungen her ein ideales Nahverkehrsmittel. Außerdem helfe es mit, die Klimaziele zu erreichen bzw. zu erfüllen und die Gemeinde noch lebenswerter zu gestalten. „Und nicht zu vergessen ist der gesundheitliche Aspekt: Die Leute bewegen sich zu wenig!“

Eindrücke sammeln und dann analysieren

„Ein erster Schritt sind speziell ausgearbeitete Fragebögen, die alle Personen ab zehn Jahren bearbeiten können und sollen. Weiters werden wir mit dem Rad durch Gars fahren, dabei Eindrücke sammeln, Querschnitte messen, alles analysieren und dies in unsere Arbeit einfließen lassen“, erklärten die beiden Boku-Studentinnen die weitere Vorgangsweise.

Gerald Steindl, geschäftsführender Gemeinderat und Mobilitätsbeauftragter in Gars, wirbt um möglichst viele Teilnehmer. Radfahrer und Fans dieser gesunden Art und Weise, sich im Ort zu bewegen, biete sich die Chance, an der Fragebogenaktion teilzunehmen und sich zu artikulieren: „Es ist wichtig, dass viele Meinungen dargelegt und Vorschläge eingebracht werden, um ein vernünftiges Konzept zu erstellen.“

Dieser Fragebogen wird der demnächst erscheinenden Gemeindezeitung beiliegen, kann auch auf www.gars.at als PDF heruntergeladen oder auch online (https://survey.boku.ac.at/ 989476?lang=de) ausgefüllt werden. Alle Befragungsergebnisse werden natürlich entsprechend den Datenschutzrichtlinien anonymisiert ausgewertet und nicht weitergegeben.

Radfahren nicht nur für die Gesundheit wichtig

Mit eingebunden in dieses Projekt ist auch Nö.Regional, eine Stelle des Landes und Partner, wenn es um Regional- und Kommunalentwicklung geht, mit Geschäftsführerin Christine Lechner und der für das Waldviertel zuständige Mobilitätsmanager Philip Laister. Der betont ebenfalls, dass „Radfahren nicht nur für die Gesundheit wichtig ist, sondern auch als Möglichkeit der Fortbewegung im urbanen Raum dient mit dem Ziel, das Rad als Alltagsverkehrsmittel wahrzunehmen“.