China-Zentrum wird aus dem Schlaf geweckt. Nach vielen Jahren des Wartens wird China-Zentrum „wachgeküsst“ und in eine Reha-Abteilung mit 25 Betten verwandelt.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 10. Juli 2019 (03:45)
Rupert Kornell
„Lokalaugenschein“ beim China-Zentrum mit VAMED-Vertreter Josef Berger, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Primarius Helmut Jelem und Kliniken-Regionalmanager Andreas Reifschneider (v. l.).

Nach vielen Jahren des Wartens ist es endlich soweit: Das von Willi Dungl errichtete „China-Zentrum“, idyllisch im Kurpark und direkt am Kamp gelegen, erhält endlich nach einer (viel zu) langen Zeit des „Dornröschenschlafs“ eine neue Funktion und wird Reha-Patienten beherbergen.

Der Niederösterreichische Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) hat im psychiatrischen Bereich eine Bedarfserhebung durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass die Nachfrage nach psychischen Behandlungen kontinuierlich zunimmt.

Anhand dieser Grundlage haben sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Martin Eichtinger für eine Erweiterung der psychiatrischen Betreuungsplätze eingesetzt. „Der Einsatz für die beste Gesundheitsversorgung zahlt sich immer aus. Deshalb erweitern wir die psychiatrische Betreuung in Niederösterreich um zusätzlich 117 stationäre Betten. Dies bedeutet für die psychiatrische Rehabilitationsklinik Gars eine Erweiterung um 25 Betreuungsplätze. Damit wird eine noch umfassendere Betreuung für die Patienten ermöglicht. Mit der Errichtung des zusätzlichen Gesundheitsangebots wird schon im Sommer 2019 begonnen.

Diese wichtigen Betreuungsplätze helfen den Menschen in besonders schweren Zeiten“, so Johanna Mikl-Leitner und NÖGUS-Vorsitzender Martin Eichtinger. „Zusätzliche 92 Betten werden in der Einrichtung ‚SKA Donau-Park‘ in Klosterneuburg eingerichtet.“

„Reha-Klinik Gars ist ein Vorzeigeprojekt!“

„Für die VAMED als führenden internationalen Gesundheitsdienstleister ist die psychiatrische Rehabilitationsklinik Gars ein weiteres Vorzeigeprojekt für die erfolgreiche Zusammenarbeit in der Patientenversorgung mit dem Land Niederösterreich“ sagte dazu Ernst Wastler als Vorstandsvorsitzender der VAMED. Diese ist ja gemeinsam mit dem Land NÖ für den Betrieb verantwortlich.

„Es ist eine wichtige Investition in die Zukunft“, betonte auch Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf bei einem Kurzbesuch in der Vorwoche in Gars. „Es freut mich, dass Gars den Zuschlag bekommen hat. Das ist wichtig für den Ort, die Region und weit darüber hinaus.“ Gars habe sich hier bereits etabliert, sei als Bestbieter hervorgegangen, was für die Qualität der Mitarbeiter in der Reha-Klinik spreche, weshalb er dem Projekt auch weiterhin viel Erfolg wünsche.

Mehr Betten bedeutet mehr Arbeitsplätze

„Ich kenne zwar die Details noch nicht, aber das Aufstocken um 25 Plätze ist natürlich für Gars eine tolle Weiterentwicklung und Aufwertung des Standortes“, freut sich Bürgermeister Martin Falk. „Ich gehe davon aus, dass dies auch zusätzliche Arbeitsplätze bedeutet.“ Eine umfassende Information der Bevölkerung wie damals bei der Installation der Reha-Klinik werde es dann im August geben.

Zur Erinnerung: Etlichen Widerständen zum Trotz wurde das funktionslose alte Bad-Haus in Gars gegenüber der Anlage in Thunau abgerissen, 2002 wurde an der gleichen Stelle an einem der schönsten Plätze von Gars das China-Zentrum eröffnet und von Willi Dungl seiner Tochter Andrea Zauner-Dungl übergeben.

Bei der großen Flut im gleichen Jahr wurde das Haus unter Wasser gesetzt, aber sofort wieder mit enormem Aufwand funktionstüchtig gemacht und diente zur Behandlung nach der Traditionellen Chinesischen Methode (TCM). Nach der Übernahme des Hauses (wie auch des Dungl-Zentrums am Hauptplatz und des Radler-Hotels, der jetzigen Reha-Klinik) durch die VAMED wurde es nach einiger Zeit gesperrt und steht seit fast acht Jahren leer.