Alternativen: Nur (Da)Heimstunden bei den Pfadfindern. Auch wenn es keine persönlichen Treffen gegeben hat, haben die Verantwortlichen den Kontakt mit ihren „Pfadis“ gehalten.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 22. Mai 2020 (13:45)
Zusammenkünfte in größerem Rahmen mit anderen Gruppen in Zeltlagern werden wohl auch die nächsten Montae nicht durchgeführt werden können.
NOEN

„Wie andere Organisationen sind auch die Pfadfinder von massiven Einschränkungen ihres Vereinslebens betroffen. Wie es weitergeht, ist ungewiss. Während viele Themen rund um die Corona-Maßnahmen von der Bundesregierung genau erklärt werden, stehen Eltern und Jugendorganisationen derzeit vor massiven Unsicherheiten, was die Sommermonate betrifft“, heißt es in einer Aussendung der Landesleitung der Nö. Pfadfinder.

Vor diesem Problem stehen daher selbstverständlich auch die beiden einzigen Gruppen im Bezirk, nämlich die aus Horn und Gars. „Wie haben seit Mitte März keine einzige Heimstunde durchführen können, die gesamte Jugendarbeit ist flach gelegen“, bedauert Rudi Mück, Obmann des Aufsichtsrats der Garser Pfadfinder. „Die Gruppenleiter haben mit den Kindern und Jugendlichen nur per WhatsApp regelmäßig Kontakt gehalten, das war‘s aber schon.“ Er selbst und einige freiwillige Erwachsene hätten – natürlich mit entsprechendem Abstand – die Zeit genützt, um das neue Heim und dessen Umgebung sauber zu halten und kleinere Arbeiten durchzuführen.

Wann es bei den Pfadfindern wieder zu den ersten Treffen mit Grillwürstel und Steckerlbrot geben wird, ist ungewiss.
Rudi Mück.

Für die nähere Zukunft wagt er keine Prognosen, da alles von der Entwicklung der Krise abhänge. „Wir dürfen weiterhin keine Treffen durchführen, Pfingst- und Sommerlager sind schon abgesagt. Wie es im Herbst aussieht, wissen wir nicht.“ Als „seltsam“ findet er, dass in den Schulen Kinder zusammenkommen können, bei den Pfadis aber nicht.

Absagen wirken sich auch auf Finanzen aus

Abgesagt ist auch der Heurige zur Sommersonnenwende. „Das trifft uns schon finanziell, denn da haben wir immer um die 500 Gäste bewirtet. Aber wir haben gut gewirtschaftet, wir haben keine Geldsorgen.“ Vielleicht könnte die Kasse doch noch etwas gefüllt werden, wenn es anderen Gruppen aus Wien und NÖ wieder erlaubt ist, in Gars Herberge zu beziehen.

„Die Sperre hat uns voll getroffen, wir haben nicht damit gerechnet“, gesteht Moritz Fraberger, Gruppenleiter der Horner Pfadfinder ein. Aber man habe aus der gegebenen Situation das Beste gemacht und online mit Wichteln, Wölflingen & Co. kommuniziert. „Es waren eher Daheim- als Heimstunden“, weiß er zu berichten. „Wir haben einfach nur gequatscht, auch Aufgaben vergeben wie Papierflieger basteln oder einen Quiz gemacht und gegenseitig Fotos geschickt.“

Vielleicht schon im Sommer erste Ausflüge

Alle geplanten Veranstaltungen wie etwa ein großes Treffen aller Waldviertler Pfadfinder in Horn, das Pfingst- und das Sommerlager sind natürlich abgesagt. „Jetzt bleibt nur mehr die Hoffnung auf das Eröffnungslagerfeuer, das für den 12. September geplant ist.“

Treffen im neuen Heim sind auch in naher Zukunft nicht möglich, weil aufgrund der Gruppengröße die Sicherheitsmaßnahmen nicht umgesetzt werden können. Im Sommer könnte es aber doch schon erste Workshops sowie Tagesausflüge und Wanderungen geben.