Neo-Abgeordneter Wiesinger: „Will starke Stimme sein“. Kamegger Josef Wiesinger wird am 26. Juni im NÖ-Landtag angelobt.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 19. Juni 2019 (05:23)
Werner Jäger
Der Kamegger Josef Wiesinger wird am 26. Juni als Landtagsabgeordneter angelobt.

Der Bezirk Horn hat ab dem 26. Juni neben ÖVP-Bezirksobmann Jürgen Maier einen zweiten Abgeordneten: Der Kamegger Josef Wiesinger wird an diesem Tag als neues Mitglied des Landtages angelobt.

Der SPÖ-Bezirksvorsitzende übernimmt damit das Mandat von Günter Sidl, der nach der EU-Wahl im Mai ins EU-Parlament wechselt. Damit ist Wiesinger seit Ludwig Winkler, der 1993 aus dem Landtag ausschied, der erste SPÖ-Landtagsabgeordnete aus dem Bezirk Horn. Wiesinger will das Mandat aber weder als eines für seine Person, noch als eines für den Bezirk Horn verstanden wissen:

„Das ist ein Mandat für das gesamte Waldviertel. Ich werde alle fünf Bezirke repräsentieren“, betont er. Nur so könne man Positives für das Waldviertel bewirken, denn: „Jeder Bezirk alleine bleibt übrig“, spricht er die im Vergleich zu anderen Regionen geringe Einwohnerzahl der Waldviertler Bezirke an.

„Das ist kein Mandat für den Bezirk Horn, sondern für das gesamte Waldviertel. Jeder Bezirk alleine bleibt übrig.“ Neo-Abgeordneter Josef Wiesinger

Auch wenn er noch schwer einschätzen könne, was nun auf ihn zukomme, freue er sich auf die neue Aufgabe, meinte Wiesinger zur NÖN: „Wenn ich mich nicht darauf freuen würde, hätte ich es nicht gemacht“, sagte der ÖBB-Bedienstete. Den Landtag sieht er als ideale Möglichkeit, für die Menschen im Waldviertel etwas zu bewegen. „Der Landtag ist jene Plattform, wo die Entscheidungen getroffen werden, die die Menschen direkt spüren. Hier will ich eine starke Stimme für das Waldviertel sein“, sagte Wiesinger. Konkret wolle er sich besonders den Themen Mobilität und Verkehr sowie Infrastruktur widmen.

Diese im Waldviertel in den vergangenen Jahren viel diskutierten Themen sieht Wiesinger als Schlüssel für eine positive Entwicklung der Region. Dabei gelte es vor allem, moderne Technologien wie „5G“ oder den Breitbandausbau voranzutreiben: „Und das nicht nur in Pilotregionen, sondern flächendeckend“, meint der Neo-Abgeordnete. Über diesen Technologieausbau könnten hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden, die vielen Waldviertlern das Dasein als Pendler ersparen könnten: „Und das würde uns viel an Verkehr einsparen.“

Seine beiden Gemeinderatsmandate im Bezirk Horn – Wiesinger sitzt seit 1990 im Gemeinderat in Gars, seit 2015 auch in jenem in Weitersfeld – will er bis zur Gemeinderatswahl Anfang 2020 weiter ausüben: „So kurz vor der Wahl zurückzutreten, wäre unvernünftig“, sagt er. Nach der nächsten Wahl ist ein Einzug in mehrere Gemeinderäte ohnehin nicht mehr möglich, Weitersfeld komme daher dann nicht mehr in Frage. In Gars will er – ein entsprechendes Wahlergebnis vorausgesetzt – weiterhin im Gemeinderat bleiben.