Gemischte Bilanz in Gastro im Bezirk Horn. Seit über zwei Monaten läuft das Geschäft wieder. Manche Wirte zeigen sich zufrieden, manche eher weniger.

Von Eduard Reininger und Sebastian Dangl. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:09)
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Christian Miedler, Christa Marzi und Markus Authried, Betreiber Café-Bar Corner und Horner Festtagswirt (v. l.) setzen für den Herbst auf die Durchimpfung.
Eduard Reininger, Eduard Reininger

Knapp über zwei Monate ist die Gastronomie in Österreich wieder auf freiem Fuß. Nach den anfänglich harten Einschränkungen zum Start am 19. Mai, wurden die Maßnahmen im Lauf der Wochen deutlich zurückgefahren. Die Wirte nutzen die Chance und versuchen, die Verluste wieder gutzumachen. Die NÖN hat nachgefragt, wie das unter den aktuellen Rahmenbedingungen läuft.

Für den Betreiber der Horner Café-Bar Corner, Markus Authried, sind die Maßnahmen immer noch ein erheblicher Mehraufwand. „Wir unterstützen aber natürlich die Maßnahmen, es bleibt uns auch nichts anderes übrig“, betont er. Probleme gäbe es nur manchmal, wenn sich ein Gast nicht kooperativ zeigt. Den großen Anstrum habe es bisher auch nicht gegeben. „Da die Gästefrequenz unter der Woche sehr verhalten ist, öffnen wir deshalb immer erst ab Mittwoch“, erklärt Authried.

„Ich merke, dass mehr Touristen sogar hier heraus aufs Land kommen. So etwas gab es früher nicht.“ Gerhard Schäller

Veranstaltungen gibt es mit Grillfesten, Beachparties und Frühschoppen bereits wieder.

Ob das Horner Platzl-Fest stattfindet, wird in den nächsten Tagen entschieden. „Die traditionellen Horner Festtage mussten wir allerdings absagen.“ Für den Herbst setzt Authried auf eine hohe Durchimpfungsrate und hofft auf das Beste. „Ein vierter Lockdown wäre für die Gastronomie katastrophal“, meint er.

Für den Landgasthof Buchinger in Harmannsdorf verläuft der Sommer dagegen bislang mehr als zufriedenstellend. „Wir können uns nicht beschweren und müssen eher aufpassen, dass es uns nicht zu viel wird. Sollte der Sommer so weiter gehen, haben wir genug Polster, um im Oktober wieder zusperren zu können“, erklärt Wirtin Sandra Buchinger.

„Hatten noch nie so viele Taufen“

Der Veranstaltungskalender ist bei den Buchingers ebenfalls bereits wieder gut gefüllt. Erst kürzlich fand die erste Hochzeit des Jahres im Landgasthof statt. „Es war ein erster Probelauf für uns. Mit einer detaillierten Gästeliste war das ebenfalls gut zu bewältigen.“ Zahlreiche verschobene Feiern sollen jetzt noch über den Sommer nachgeholt werden, wodurch viel zu tun ist. „Wir hatten zum Beispiel noch nie so viele Taufen“, offenbart Buchinger.

Ob wirklich alles wie aktuell geplant stattfinden kann, ist jedoch noch nicht sicher. „Verschärfungen sollen wieder kommen. Wir werden uns vermutlich noch das ganze Jahr über mit Einschränkungen arrangieren müssen“, glaubt Buchinger.

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Sandra Buchinger: „Gedanklich plane ich nicht über den Sommer hinaus.“
priv., priv.

Aus angekündigten weiteren Lockerungen wurde aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante nichts. „Es würde mich nicht überraschen, wenn bald wieder strengere Maßnahmen kommen. Gedanklich plane ich nicht über den Sommer hinaus“, sagt Buchinger.

Für Wirt Christian Vlasaty vom Gasthaus „Zur Eiche“ in Maria Dreieichen sind die Gästezahlen noch zu verhalten. „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Die Wochenenden sind gut, aber unter der Woche ist nur wenig los“, berichtet er. Viele hätten sich im Lockdown angewöhnt, zu Hause zu essen. Bei der Einhaltung der Maßnahmen gibt es auch „Zur Eiche“ keine Probleme. „Manche sind sogar echauffiert, wenn man nicht sofort auf die 3Gs schaut.“

Das gravierendste Problem sieht Vlasaty allerdings bei dem aktuell akuten Personalmangel. „Es fehlt überall ein bisschen und für ein paar Stunden bekommt man niemanden. Das ist aber ein Problem, dass sich schon über Jahre hinzieht und von Corona noch ein mal verstärkt wurde“, klagt Vlasaty.

Ähnliches berichtet auch Wirt Gerhard Schäller aus Japons: „Die Personalsituation ist eine Katastrophe. Man kann gar nicht mehr voll aufsperren, einfach weil man kein Personal bekommt.“ Die Gästefrequenz würde dagegen in Ordnung sein, zumindest am Wochenende. „Abends ist leider wie befürchtet, immer noch wenig los.“

Fehlen würden ihm auch große Hochzeiten und Feste. Dafür sei aber eine andere Tür aufgegangen: „Ich merke, dass mehr Touristen sogar hier heraus aufs Land kommen. So etwas gab es früher nicht.“

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