Gegen Windräder „vor der Haustür“. „Nein“ aus Fronsburg | 60 % der Familien im Ort
haben Eingaben gegen Windpark Nord abgeschickt.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 18. Februar 2014 (23:59)
NOEN, Edi Bock
Gregor Schinner mit den 50 Eingaben gegen den Windpark Nord: Der Fronsburger ortet eine breite Ablehnung der Windkraftwerke in seinem Heimatort, »obwohl sich manche nicht öffentlich dagegen zu sein trauen«.
Von Martin Kalchhauser

In den vergangenen Wochen hat sich der junge selbstständige Versicherungsmakler Gregor Schinner die Sohlen wundgelaufen und den Mund fusselig geredet. Für ihn erfolgreich: Er konnte zahlreiche Fronsburger Bewohner ermuntern, bis zum 14. 2. eine Stellungnahme gegen den Windpark Nord an das Land zu schicken und/oder eine Petition dagegen zu unterschreiben.

Fronsburg wäre am stärksten betroffen

„Es gibt 50 Stellungnahmen aus unserem kleinen Ort – das entspricht rund 60 Prozent!“, streicht er hervor, dass das Dorf vom Windpark, der in der eigenen Gemeinde Weitersfeld sowie in Langau und Hardegg errichtet werden soll, am stärksten betroffen wäre. „Dabei haben mir manche im Vertrauen gesagt, sie seien auch dagegen, trauen es sich aber nicht öffentlich kundzutun.“ Offenbar habe man Angst vor der Gemeinde oder dem Bürgermeister, die sich definitiv pro Windpark ausgesprochen haben, oder dem Arbeitgeber Bundesforste (Betreiber des Projekts). Noch mehr aber als über das „Bedrohungs-Szenario“ einiger Windräder in nur knapp mehr als 1.000 Meter Entfernung von den Fronsburger Wohnhäusern ärgert sich Schinner über die Informationspolitik. „Eine wirklich objektive Information wäre eine Bringschuld der Gemeinde gewesen!“

NOEN, Edi Bock
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„Auch die Gemeinde ist heillos überfordert“

Viele Bürger seien bisher absolut unwissend über das, was da auf sie zukomme. „Auch die Gemeinde ist heillos überfordert“, diagnostiziert der Fronsburger Familienvater. Das hätten ihm seine Gespräche mit einigen Weitersfelder Mandataren gezeigt. Die Umwidmung der Gründe war schon eingeleitet, als das Land plötzlich die „Nachdenkpause“ verordnete. „Das Projekt, das die Bundesforste hier realisieren wollen, hat eine riesige Dimension, aber es steht und fällt mit den drei Gemeinden.“

Man werde über deren „Machenschaften“ wie die Beschlüsse der Gestattungsverträge, mit denen sich die Kommunen laut Schinner den Projektbetreibern bereits völlig ausgeliefert hätten, informieren. Das Geld, mit dem die Gemeinden abgespeist würden, sei im Vergleich zu den Erträgen der Windkraftanlagen eine lächerliche Summe. „Wir werden notfalls eigene Info-Veranstaltungen machen, und wir werden kämpfen!“