Bestellbetrug für Weihnachtsgaben im Bezirk Waidhofen/T. Mit Baby im Arm machte Vorbestrafte auf Mitleid. Richterin zeigte mit bedingter Strafe Milde.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 13. Mai 2021 (05:36)
Symbolbild
APA (Archiv)

Mit einem Baby im Arm betrat eine Waldviertlerin aus dem Bezirk Waidhofen den Gerichtssaal in Krems. Mit einigen einschlägigen Vorstrafen belastet, wusste die 32-Jährige, dass sie um jeden Bonuspunkt kämpfen muss. Sie wusste, dass es diesmal wegen ihrer Bestellbetrügereien darum geht, ob sie noch als freier Mensch den Saal verlassen kann oder den bitteren Weg in die Gefängniszelle antreten muss.

Es sei vor Weihnachten gewesen und sie habe einige Geschenke im Gesamtwert von rund 170 Euro gekauft, beteuerte die Waldviertlerin und kämpfte mit den Tränen.

Sie habe doch einschlägige Erfahrung und wisse, man dürfe ohne Geld nichts bestellen. Und dann habe Sie noch mit dem Namen des Nachbarn geordert und diesen in Schwierigkeiten gebracht, entgegnete die Richterin. Der betroffene Nachbar fand am Landesgericht klare Worte: „Es gab immer nur Ärger mit ihr. Sie war schon eine Störung meines Lebens, und ich bin froh, dass sie ausgezogen ist.“

Die Waldviertlerin kam mit einem Jahr auf Bewährung letztmalig mit einem blauen Auge davon. Nicht rechtskräftig.