Was rettet die Minze?. Wie die Roßnagls mit „Sonnentor“ die Trockenheit handhaben.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 11. Juli 2019 (03:40)
Sonnentor
Unterwegs im wasserbedürftigen Pfefferminzfeld: Raphael Binder („Sonnentor“) mit den Anbaupartnern Sabine und Christian Roßnagl – und dazwischen Bewässerungsexperte Stefan Glaser.

Kräuter-Spezialist „Sonnentor“ mit Sitz in Sprögnitz (Bezirk Krems) beschäftigt sich mit der Klimakrise – und lud zum Besuch zweier Anbaupartner, die jeweils einen anderen Lösungsansatz verfolgen. Einer setzt auf trockenheitstolerante Kulturen, der andere auf eine besondere Art der Bewässerung.

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Ein Blick auf die im Feld verlegten Tropfschläuche der Unterflurbewässerung.

Die Klimaveränderungen haben nicht nur Auswirkungen in der Produktion von Wein, sondern auch auf den Anbau von Kräutern. Thymian und Oregano von Gottfried Steiner sind trockenheitstolerant: Die Kulturen erwirtschaften recht stabile Erträge.

Pfefferminze, Apfelminze und Krauseminze am Standort von Sabine und Christian Roßnagl aus Groß Burgstall benötigen die regelmäßige, zusätzliche Wasserversorgung. Ohne dem muss mit Ertragsrückgängen von bis zu 50 Prozent gerechnet werden. Die Qualität leidet durch einen erhöhten Stängelanteil und einem geringeren Blattanteil darunter.

Eine zusätzliche Herausforderung entsteht bei der Neuanlage von Beständen in Hitzephasen. Hier trägt der Bauer oft ein sehr hohes Risiko. 6.000 Euro Jungpflanzenkosten pro Hektar sind bei Blattkräuteranlagen keine Seltenheit. Ein Ausfall einer Neupflanzung würde großen Schaden verursachen und auch die Wertschöpfung im Folgejahr gefährden.

„Sonnentor“ finanziert Bewässerung mit

„Sonnentor“ will seine Abnehmer in dieser schwierigen Produktionsphase unterstützen. Mit einer vom Kräuterexperten finanzierten Unterflurtropfbewässerungsanlage bei den Roßnagls soll der Wissenstransfer zur ressourcenschonenden Bewässerung im Blattkräuteranbau gefördert werden.

Die Projektleitung obliegt Stefan Glaser („Hydrip“). Der Experte bündelt technisches Know-how der Anlagenkonstruktion mit wichtigen pflanzenbaulichen und bodenkundlichen Grundlagen – und teilt dise mit den Anbaupartnern.

Generell können mit solchen Anlagen 50 Prozent Wasser im Vergleich zu herkömmlichen Beregnungen eingespart werden. „Dieses Einsparungspotenzial ist möglich, weil das Wasser dorthin gebracht wird, wo es gebraucht wird – zum Wurzelraum der Pflanze“, erklärt Anbauberaterin Elfriede Stopper. Das fördere das Wurzelwachstum und verhindere Pilzerkrankungen.

Bei der Neuanlage setzt man auf Partnerschaft mit dem Ziel, dass die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft weiter wächst.