Eggenburg: 2,2 Mio. Euro für Kindergarten. Positive Bevölkerungsentwicklung macht Ausbau auf sechs Gruppen nötig. Auch Tagesbetreuungseinrichtung kommt.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 19. Januar 2019 (06:30)
NOEN
Stadtrat Martin Neugebauer, Bürgermeister Georg Gilli und Stadtamtsdirektor Burkhard Hammer zeigen, wo der neue Kindergarten im ehemaligen Gebäude der Sonderschule untergebracht sein wird.

Mit einem „schönen Problem“ ist derzeit die Stadtgemeinde Eggenburg konfrontiert: Aufgrund der erfreulichen Bevölkerungsentwicklung wird ein Ausbau des Kindergartenangebots in der Gemeinde notwendig. „Das ist eine Investition in die Zukunft. Die Notwendigkeit dafür ist einfach gegeben, auch die Nachfrage nach Kleinkinderbetreuung wird immer größer“, begründet Bürgermeister Georg Gilli (ÖVP) diesen Schritt.

„Das ist eine Investition in die Zukunft. Die Notwendigkeit dafür ist einfach gegeben.“Bürgermeister Georg Gilli zum 2,2 Mio. Euro-Projekt

Insgesamt rechnet die Gemeinde mit Kosten von 2,2 Mio. Euro. Allerdings hat man bereits die Zusage des Landes, dass das Geld über ELER-Förderungen (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, ein Programm der EU) wieder nach Eggenburg zurückkommt. Auch die ersten Planungsschritte wurden bereits eingeleitet. Nachdem der Gemeinderat bereits einstimmig den Grundsatzbeschluss zum Projekt Kindergarten gegeben hat, wurde in der Vorwoche das Büro AHP mit der Durchführung eines Architektenwettbewerbs beauftragt.

„Da es bei ELER-Projekten – und den Förderungen – ganz genau abläuft, wollten wir das Projekt in professionelle Hände legen“, meinte dazu Stadtamtsdirektor Burkhard Hammer. Anfang März soll dann eine fünfköpfige Fachjury aus den eingereichten Architekten-Vorschlägen den besten für die Umsetzung auswählen. Dabei werde auf die drei Faktoren „Architektur“, „Wirtschaftlichkeit“ und „Funktionalität“ geachtet. „Klarerweise wird auch geschaut, ob der Preis passt“, fügt der zuständige Stadtrat Martin Neugebauer (ÖVP) an.

Fertigstellung ist für Sommer 2020 geplant

Zur Zeit gibt es in Eggenburg zwei Kindergärten mit insgesamt fünf Gruppen. Jener in der Bürgerspitalgasse mit zwei Gruppen (Kindergarten I) soll erhalten bleiben. Der bisher dreigruppige Kindergarten II in der Kremserstraße – der bereits sanierungsbedürftig ist – wird hingegen in die Räumlichkeiten der ehemaligen Sonderschule im hinteren Teil des Volksschulgebäudes in der Mozartstraße verlegt.

Außerdem sollen die Eggenburger Kindergärten um eine insgesamt sechste Gruppe erweitert werden. Diese Räumlichkeiten stehen grundsätzlich seit der Auflösung der Sonderschulgemeinde 2016 leer, werden derzeit aber von den Schulen genutzt. Mit den Direktoren der Neuen Mittelschule und der Volksschule gebe es aber eine gute Abstimmung, sie stehen dem Projekt nicht ablehnend gegenüber. Auch eine eigene Gruppe für die Tagesbetreuung wird kommen.

Der barrierefreie Eingang in diesen neuen Kindergarten soll dann nicht über die Volksschule erfolgen, sondern von der Hinterseite des Gebäudes möglich sein. Außerdem werden hier auch ein Bewegungsraum, ein Multifunktionsraum oder Lagerräumlichkeiten untergebracht sein.

Der Baustart soll noch heuer im Sommer erfolgen. Als Termin der Fertigstellung wird Sommer 2020 angepeilt, ab September 2020 soll dann der Betrieb am neuen Standort laufen. Geplant ist auch, dass die Gemeinde einen Bauplatz in der Doktor-Eduard-Kranner-Straße als Parkplatz zur Verfügung stellt. Auch ein Verkehrskonzept für die Umgebung, in der aufgrund der Volksschule, Mittelschule und Kindergarten in Zukunft mit noch mehr Verkehrsaufkommen zu rechnen sein wird, ist in Planung und wird demnächst präsentiert. Auch die Laufbahn hinter den Schulgebäuden wird verlegt.

Projekt bringt zwei bis drei Arbeitsplätze

Neugebauer macht auch einen weiteren positiven Nebenaspekt aus: Mit dem Projekt werden mindestens zwei bis drei neue Arbeitsplätze in Eggenburg geschaffen. Die Frage der Öffnungszeiten der Tagesbetreuungseinrichtung soll 2019 detailliert ausgearbeitet werden – ebenso wie ein Gesamtkonzept für Volks-, Mittelschule und Kindergarten hinsichtlich Nachmittagsbetreuung, Mittagessen oder musikalischer Früherziehung sowie hinsichtlich der Reinigung der Gebäude. „Wir müssen da künftig sämtliche Bildungseinrichtungen als großes Ganzes sehen“, so Neugebauer.

Eine Erweiterung am bisherigen Standort sei aus Platzgründen nicht möglich gewesen. Pro Gruppe muss eine Freifläche in der Größe von 480 m 2 zur Verfügung stehen, diese Möglichkeit war bei einer Erweiterung aber nicht gegeben. Bezüglich Nachnutzung des Gebäudes gibt es bereits Ideen, konkret sei aber noch nichts, sagt Neugebauer. Allerdings müsse zunächst das Dach des Gebäudes, das bereits sehr undicht ist, erneuert werden.