„Odyssee“: Defi endlich im Lokal. Die Buchingers sorgen ab sofot mit Defi in ihrem Lokal für Sicherheit – und mit Schweinbraten-Video online für Furore.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 23. Mai 2020 (09:15)
Endlich da! Im Lokal von Franz und Sandra Buchinger in Harmannsdorf hängt nun der lang ersehnte Defibrillator.
privat

Eine etwas abenteuerliche Odyssee hat nun ein Happy End: Seit wenigen Tagen hängt der heiß ersehnte Defibrillator im Landgasthof Buchinger in Harmannsdorf: „Und hoffentlich hängt er lange hier, ohne gebraucht zu werden“, meinte Haubenkoch Franz Buchinger.

Die Freude, dass das Gerät jetzt endlich da ist, sei sehr groß, meinte der Gastronom. Denn den Wunsch, einen Defi für sein Lokal anzuschaffen, hegt Buchinger bereitslanger Zeit. Ab September wurden pro Mittagsmenü 80 Cent auf die Seite gelegt, um den Defi zu finanzieren. Auch ein Spendenglas wurde auf Wunsch einiger Gäste, die spenden wollten, aber nicht zum Mittagessen ins Lokal kamen, im Gasthaus aufgestellt. Aber: Im Mai des Vorjahres wurde das Geld aus dem Glas gestohlen. Das Bekanntwerden dieses Diebstahls – schätzungsweise waren bereits mehrere hundert Euro im Glas –, den die Buchingers damals als „Sauerei“ bezeichnet haben (auch die NÖN berichtete), hat dann die weitere Spendenbereitschaft der Gäste nur erhöht. Unter anderem hatte auch ein Musiker, der auf einer bei Buchinger gefeierten Hochzeit spielte, auf seine Gage zugunsten der Defi-Anschaffung verzichtet.

Damit waren die Probleme mit der Anschaffung aber noch nicht aus der Welt. Zunächst ging etwas mit der Bestell-Liste schief, dann machte die Corona-Krise der Anschaffung einen Strich durch die Rechnung. Als die Buchingers die Bestätigung, dass das Gerät rechtzeitig zur Eröffnung nach der Corona-Zeit im Haus sein soll, in Händen hielten, kam das Problem im Postverteilerzentrum Hagenbrunn dazwischen – denn dort war das Paket mit dem Defi gestrandet, ehe das Gerät in der Vorwoche nun doch endlich in Harmannsdorf ankam.

Schweinsbraten-Video wurde „Klick-Hit“

Das Kasterl, in dem der Defi nun hängt, hat Hobby-Tischler Buchinger übrigens während der Coronazeit selbst gebaut. „Mit dem Gerät fühlen wir uns auch selbst jetzt wohler“, sagte Buchinger, der auch schon mit einem Fall im eigenen Lokal zu tun gehabt hatte, bei dem ein Defi gut angestanden wäre. Es sei besser, so ein Gerät an einem belebten Ort wie seinem Lokal zu stationieren, als etwa in einem Bank-Foyer.

Die Gerüchte, dass Buchinger nun ins Schauspielfach wechselt, dementierte der Gastronom aus Leidenschaft aber mit Augenzwinkern. Anlass für (nicht ganz ernst gemeinte) Spekulationen gab ein Video, das Buchinger kurz vor der Wiedereröffnung seines Lokals online stellte. Darin verzehrt er eine seiner heiß begehrten Schweinsbraten-Portionen. „Ich habe mir jeden Sonntag eine Portion für mich zurück behalten, weil ich den Schweinsbraten selbst so gerne esse“, erzählte Buchinger. Während der Coronazeit musste er aber auch selbst wochenlang auf diesen Genuss verzichten. Jetzt gibt es den Buchinger-Schweinsbraten aber wieder jeden Sonntag in Harmannsdorf.