Schenkungsvertrag: Kunst-Heimkehr ins Stift. Zwei Gemälde, die während Nazi-Zeit aus dem Konvent gestohlen worden sein dürften, wurden im Museum Horn gefunden und an das Stift Altenburg zurückgegeben.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. Januar 2020 (10:00)
Bei der Unterzeichnung des Schenkungsvertrages: Abt Thomas Renner, Bürgermeister Jürgen Maier, Prior Michael Hüttl (vorne, von links), Kulturgemeinderat Martin Seidl, Stadtamtsdirektor Matthias Pithan und Museumsleiter Anton Mück (hinten).
Stadtgemeinde Horn/Edith Reischütz

„Das Mädchen in blauem Kleid“ und „Dame mit Hut“ sind wieder zurück im Stift Altenburg. Die Stadtgemeinde Horn und das Stift unterzeichneten einen Schenkungsvertrag, damit die Rückgabe der Gemälde durch die Stadtgemeinde Horn an das Stift auch rechtlich abgesichert wird.

Bei Archivierungsarbeiten im Museum Horn wurden die beiden Gemälde entdeckt, bei denen sich sehr bald herausstellte, dass sie ursprünglich aus dem Besitz von Pater Friedrich Endl stammen und somit dem Stift Altenburg zurückzuführen sind. Während der Zeit des Nationalsozialismus dürfte ein Großteil an Kunstwerken aus dem Konvent gestohlen worden sein. „Leider können wir euch nur bei diesen Gemälden helfen“, sagt Bürgermeister Jürgen Maier im Rahmen der Unterzeichnung des Schenkungsvertrages im Stift Altenburg und bedankt sich für die konstruktive Zusammenarbeit in dieser Sache.

Der frühere Abt Bernhard Naber habe angedeutet, dass diese Gemälde möglicherweise im Besitz der Stadtgemeinde Horn sind, berichtete Abt Thomas Renner. „Er meinte jedoch, dass sie dort gut aufgehoben sind“, fügte Renner an. Durch den Generationenwechsel habe man im Konvent nun auch einen anderen Zugang zur geschichtlichen Aufarbeitung. „Daher freuen wir uns, wenn diese Werke wieder an den Ort zurückkehren, für den sie gedacht waren“, sagte Renner.

Eines der Gemälde mit dem Titel „Das Mädchen in blauem Kleid“ stammt von Künstler Franz Eybl. „Das Besondere an diesem Bild ist, dass auf der Rückseite die gesamte Entstehungsgeschichte in Kurrentschrift abzulesen ist“, weiß Museumleiter Anton Mück. Der Künstler des Gemäldes „Dame mit Hut“ ist unbekannt. Beide Werke wurden 1903 von Pater Endl bei einem jüdischen Trödler in Horn erworben.