Waldviertler vor Gericht: „Hat Helm ins G‘sicht g‘haut“. Mit Schlagattacke wollte sich Waldviertler nur gewehrt haben. Richterin sah es anders.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 12. Januar 2021 (17:32)
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Die Belästigungsvorwürfe des Cousins konnte sich der 32-jährige Waldviertler nicht erklären. Er habe dem Besachwalteten doch immer nur geholfen. Mit Geld, Behördengängen, vorübergehend mit einer Wohnung und als Dank sitze er nun vor Gericht, zeigte sich der Beschuldigte aus Gars sichtlich enttäuscht über den Angehörigen. Nach dessen Auszug in eine Horner Wohnung habe er sich Sorgen gemacht und befürchtet, der Cousin rutsche in die Drogenszene ab. Nur deshalb habe er öfters Nachschau gehalten, beteuerte der Waldviertler.

„Er hat immer angerufen und mich belästigt“, erzählte der Cousin. Und so sei es auch zu dem Vorfall am 28. Juni vergangenen Jahres in Horn gekommen. Da sei der 32-Jährige wieder aufgetaucht und nach einem Wortwechsel habe er einem Bekannten (27) den Motorradhelm ins Gesicht geschlagen.

„Er is ma wegen der Einmischung an die Gurgl g‘gangen“, beteuerte der Garser eine Notwehrsituation. Die Richterin sah es anders und fällte einen Schuldspruch wegen Körperverletzung. Es gab keine Zusatzstrafe zu den bereits gefällten sieben Monaten auf Bewährung.