Lehrer, Sportler, Künstler: Zum Tod von Günther Wieland

Erstellt am 26. Juli 2021 | 15:28
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Foto: Usercontent, privat
Günther Wieland ist mit 79 Jahren plötzlich verstorben. Die Betroffenheit ist groß.

Günther Wieland verstarb ganz plötzlich am 22. Juli in Brantevik, Schweden. Die Betroffenheit in der Familie und im Bekanntenkreis ist sehr groß.

Wieland, geboren am 9. Juni 1942 in Wr. Neustadt, wuchs in St. Leonhard am Hornerwald auf. Nach seiner Lehrerausbildung in Krems kam er 1961 an eine Schule in Wurmbrand, wo er seine Frau Christine traf. Sie heirateten 1965 und zogen 1968 nach Horn.

Als Lehrer unterrichtete er Bildnerische Erziehung, Sport und Deutsch. Er organisierte auch mit großer Freude Kunstwochen für seine Schüler im Kunsthaus Horn, ein Schulaustausch-Projekt mit einer Schule in Tschechien und war Teil eines Lehrerkollegiums, das regelmäßig Skikurse abhielt. „Er war ein ausgezeichneter Lehrer“, erzählt sein Freund Roland Gatterwe. „Sein Grundprinzip war das Vorbildsein, nicht das Diktieren. Er war ein toleranter, gerechter Mensch, ein Vorzeigepädagoge.“

Viele kannten ihn als Lehrer und als begeisterten Fußballer bei der LSG, der Lehrerspielgemeinschaft in Horn. Oder auch als Künstler.

Jemand, der "mit Farbe gezeichnet hat"

Er hat Bilder gemacht, war aber, und so hat er sich gesehen, kein Maler, sondern jemand, der auch mit Farbe gezeichnet hat. Die Bilder wirken oft wie eine erstarrte beiläufige Bewegung, wie eine Handlung, die man betrachtet; und strahlen dabei trotz der Bewegung eine große Ruhe aus. Diese Stille in den Bildern war ihm wichtig, an den Bildern zu arbeiten war für ihn wie eine Meditation.

Seine Inspiration hatte viel mit seiner Persönlichkeit zu tun: Er hat sich sehr mit seiner eigenen Kindheit beschäftigt, mit seiner unmittelbaren Umgebung. Deswegen hat er auch angefangen, mit Sand aus dem Horner Becken zu arbeiten. Er hat den Sand als erweiterten Teil seiner Umgebung und der Vergangenheit beschrieben.

"Hat nie aufgehört zu wachsen"

„Es ist schwierig, zu sagen, was an Erinnerung bleibt, vielleicht ist das in drei Jahren ein wenig anders. Was aber sicher in Erinnerung bleibt, ist, dass er ein sehr sehnsuchtsvoller Mensch war, der nie aufgehört hat, zu wachsen, und uns mit viel Liebe beschenkt hat“, sagen seine Söhne Gernot und Günther Wieland.

„Diese Offenheit war für uns immer eine Inspiration und die hatte er auch in Bezug auf seine Frau, seine ganze Familie und Freunde, die ihm sehr wichtig waren und mit denen er viel gelacht hat“, ergänzen sie. „Diese Freundschaften waren eigentlich der Grund, warum unsere Eltern in Horn geblieben sind, und wenn wir uns an ihn erinnern, fallen einem sofort Bilder nicht nur von ihm, sondern auch wunderschöne von ihm mit seinen Freunden und seiner Familie ein.“ Das Begräbnis wird im kleinen Kreis stattfinden.