Markt bleibt und erhält Auflagen. „Slow food Waldviertel“ darf weitermachen. Hundlinger: „Der Zuspruch wächst.“

Von Karin Widhalm. Erstellt am 08. April 2020 (03:47)
Der Regionalmarkt am Horner Hauptplatz wird im gewohnten Rad weitergeführt. Das selbe gilt für den Bauernmarkt freitags am Kirchenplatz.
Slow Food

Geschäfte sind derzeit nicht die einzigen Versorger: Der Bauernmarkt wird freitags am Kirchenplatz abgehalten – und der Regionalmarkt verliert ebenso nicht seine Routine.

„Slow food Waldviertel“ bringt ihn seit acht Jahren jeden zweiten und vierten Samstag im Monat zum Hauptplatz. „Bürgermeister Jürgen Maier hat mich angerufen, dass wir weitermachen dürfen, aber unter Auflagen“, ist Helmut Hundlinger, mit Gerhard Heger Organisator, froh. „Wenn er sich bei mir nicht gemeldet hätte, dann hätte ich selbst mit ihm geredet.“

Bedingung ist, dass nichts zum Verweilen anregt: keine Tische und kein Konsum vor Ort. „Wir verkaufen nur Ware gegen Geld, nichts anderes“, betont der „Slow food Waldviertel“-Präsident. Die Anzahl der Stände hat sich daher von zwölf auf sieben reduziert. „Wir sind auch dazu angehalten, Gruppierung von fünf Leuten aufzulösen“, berichtet Hundlinger. Die Stände stehen weiter auseinander und man achte darauf, dass der Abstand zum Kunden eingehalten werde. Der Großteil der Produzenten kommt aus einem 15 Kilometer-Umkreis.

Die Weiterführung war ihm wichtig. „Uns ist es schon immer ein Anliegen gewesen, dass wir gute Produkte haben, dass der Bauer da steht und der Kunde weiß, wer hinter dem Produkt steht und wie was gemacht wird“, schildert er. „Meiner Meinung nach ist in Zeiten wie diesen das regionale Bodenständige wichtig.“ Der erste „Corona-Regionalmarkt“ war bereits – und kam gut an.

„Denke, dass die Krise zum Umdenken bewegt“

„Mir war klar, dass das Geschäft sehr gut laufen wird. Man merkt, dass die Leute nicht nur in den Supermarkt gehen.“ Hundlinger habe neue Gesichter entdecken können. „Ich denke, dass die Leute durch die Krise zum Umdenken bewogen werden. Das Wichtigste können regionale Produzenten abdecken.“ Er kritisiert scharf, dass Großgeschäfte über die Lebensmittel hinaus Produkte anbieten – und dies auch bewerben. „Sie nutzen die Situation aus.“ Dafür solle es Strafen setzen. Handelsketten haben mittlerweile bekannt gegeben, das Non-Food-Sortiment einschränken zu wollen.

Werden die Produzenten beim Regionalmarkt Masken tragen? „Ich werde eine tragen. Das ist derzeit im Freien nicht Pflicht, aber wieso sollen wir’s nicht machen“, sagt Hundlinger. „Ich schütze dadurch andere. Nutzt’s nichts, schadet’s nicht.“ Nächster Regionalmarkt: 11. April, 9 bis 13 Uhr.

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