Horn

Erstellt am 13. Juni 2018, 05:03

von Thomas Weikertschläger

Wohnbau-Projekt der WAV muss weiter warten. Anrainer Christoph Aschauer kritisiert erneut Pläne für Wohnbau-Projekt der WAV in der Robert-Hamerling-Straße.

Laut Waldviertler Siedlungsgenossenschaft soll für das Wohnbauprojekt in der Robert-Hamerling-Straße im Frühjahr 2019 Baubeginn sein. Derzeit läuft ein Anrainer-Protest von Christoph Aschauer (kleines Bild) gegen die Einreichpläne für das Projekt, das laut Einschätzung der Anrainer nicht der NÖ Bauordnung entspricht.  |  NOEN, Weikertschläger

Die von der Siedlungsgenossenschaft Waldviertel geplante Wohnbauanlage am ehemaligen Areal des Konvikts in der Robert-Hamerling-Straße sorgt weiter für Gesprächsstoff: Nachdem bereits im Herbst des Vorjahres die Pläne für das viergeschoßige Wohnhaus nicht der Bauordnung entsprochen hatten, wurde nun auch bezüglich der zweiten Einreichung ein Einspruch seitens eines Anrainers eingebracht.

Höhe des Bauwerks als Zankapfel

Für Christoph Aschauer hinterfragenswert ist nach wie vor die Höhe des Bauwerks. Laut Bauordnung muss die Höhe eines Bauwerks so gewählt werden, dass sie in der nachweislich mehrheitlichen Höhe der Gebäude in einem Umkreis von 100 Metern liegt. Das geplante Bauwerk weise Bauklasse IV auf, die Mehrheit (25 von 48) der Gebäude im entsprechenden Umkreis aber Bauklasse II.

WAV-Obmann-Stellvertreter Hubert Mayerhofer  |  NOEN

Im Gutachten des Gebietsbauamtes werde dies zwar bestätigt, dennoch gebe es darin ein Ok für das Projekt. Laut Aschauer, der der WAV bei diesem Projekt besonders genau auf die Finger schaut, gibt es aber auch bei einem geplanten Nebengebäude ein Problem. So sei dieser Teil des Projektes mit dem Hauptgebäude verbunden, die behauptete „offene Bauweise“ stimme daher nicht. Auch dies sei ein Verstoß gegen die Bauordnung. Aschauer fordert daher ein unabhängiges Ortsbildgutachten. Jetzt sei die Gemeinde am Zug, er wolle nun den neuerlichen Bescheid abwarten.

"Es ist selbstverständlich, dass jeder Einspruch abgehandelt wird“

Bürgermeister Jürgen Maier bestätigte auf NÖN-Anfrage, dass der Einspruch von Aschauer erfolgt sei. „Und es ist selbstverständlich, dass jeder Einspruch abgehandelt wird“, so Maier. Mit gröberen Verzögerungen rechnet er dennoch nicht. Es sei nur notwendig, ein unvollständiges Gutachten zu überarbeiten: „Wenn das dann den Bauvorgaben entspricht, spricht nichts dagegen, dass die Baubehörde den Baubescheid erteilen wird.“

Jürgen Maier: „Bis zur Realisierung liegt noch ein langer Weg vor uns.“  |  NOEN

Die Gemeinde als Baubehörde habe die WAV auch über die Sachlage informiert. Seitens der WAV bestätigt Obmann-Stellvertreter Hubert Mayerhofer, dass man nach dem neuerlichen Einspruch noch auf den Baubescheid warten müsse. Allerdings gehe er davon aus, dass dieser Baubescheid nach Überarbeitung des Gutachtens bis spätestens Mitte Juli erteilt werden wird. Mit dem tatsächlichen Baubeginn rechnet er dann im Frühjahr 2019.

Ob es bis dahin nicht weitere Einsprüche geben wird, bleibt abzuwarten. „Mir ist es wichtig, dass vor dem Gesetz alle Bauwerber gleich behandelt werden und nicht nur bei den kleinen Bauwerbern genau hingeschaut wird“, so Aschauer. Außerdem befürchtet er, dass es durch den sozialen Wohnbau in bester Horner Lage zu einer Wertminderung in der Gegend kommen wird.