Eigene Stieftochter unsittlich berührt? Freispruch. 35-Jähriger weist vor dem Horner Gericht alles zurück. Mädchen entschlägt sich bei der Verhandlung ihrer Aussage.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 13. August 2020 (04:09)
Bezirksrichter Thomas Brandstetter spricht den Angeklagten frei.
Rupert Kornell

Er habe seine Stieftochter im Dezember des Vorjahres am McDonalds-Parkplatz nahe der Intimzone berührt und sich dabei unsittlich geäußert: Ein 35-Jähriger muss sich vor dem Bezirksgericht dafür verantworten. Er weist dies vehement zurück und bekennt sich nicht schuldig.

„Das man so etwas behauptet, verstehe ich nicht“

„Das Gespräch ist so nicht zustande gekommen, geschweige denn die Berührung“, erklärt er. „Das man so etwas behauptet, verstehe ich nicht.“

Der Mann hat heute keinen Kontakt mehr zur Familie. Die Polizei sprach eine Wegweisung aus, die später verlängert wurde. Er selbst vermeide den Kontakt, sagt der einschlägig vorbestrafte Mann.

Bezirksrichter Thomas Brandstetter bittet die Stieftochter in den Saal und erklärt ihr, dass sie bei Angehörigen von der Pflicht zur Aussage befreit sei, wenn sie dies in Anspruch nehmen wolle.

Das Mädchen sagt, dass sie nicht aussagen möchte – und bleibt dabei. Brandstetter spricht daraufhin den Angeklagten frei. Die Staatsanwaltschaft gibt keine Erklärung ab.