AMS Horn: Wie Inklusion am Arbeitsmarkt gelebt wird. Arbeitsmarktservice Horn will 31 Jobsuchende mit Behinderung ins Jobleben integrieren.

Von Eduard Reininger. Erstellt am 25. April 2019 (06:12)
Eduard Reininger
Mit dem nachhaltigen Berufseinstieg von Leopold Daniel (2. v. l.) ist der Start geglückt, stellten Firmenchef Markus Lepolt, Daniela Koller, Caritas-Arbeitsassistenz & Jobcoaching, und Ferdinand Schopp, AMS Horn, (v. l.) fest. Eduard Reininger

Das Arbeitsmarktservice Horn hat sich für 2019 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis Jahresende sollen 19 jobsuchende Männer und zwölf Frauen, bei denen eine Behinderung den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben erschwert, nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Beihilfen zu den Lohnkosten sollen Betroffenen und zukünftigen Arbeitgebern diesen Einstieg erleichtern.

In Kooperation mit dem Netzwerk Berufliche Assistenz des Sozialministeriumservice wird dafür gesorgt, dass ein Einstieg für alle Beteiligten bestmöglich gelingen kann.

Firma aus Mühlfeld als Best-Practice-Beispiel

Ende Februar waren in Horn 31 behinderte Personen arbeitslos vorgemerkt. Fünf waren begünstigte behinderte Menschen nach dem Behinderteneinstellungsgesetz, 26 „begünstigbar“ und konnten einen Behindertenpass vorweisen (siehe auch weiter unten).

„Diese Menschen haben es besonders schwer, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, wenn sie einmal arbeitslos geworden sind. Wir werden daher heuer einen Schwerpunkt setzen, um sie beim beruflichen Wiedereinstieg noch besser zu unterstützen“, betonte der Horner AMS-Geschäftsstellenleiter Ferdinand Schopp. „Unser Ziel ist, die 31 Personen nachhaltig zu unterstützen, das heißt, dass der Einstieg ins Erwerbsleben für mindestens zwei Monate – meist natürlich deutlich länger – anhält.“

Der Start ist geglückt, in den ersten beiden Monaten konnten im Bezirk Horn bereits sechs „begünstigte“ arbeitslose Personen in den Arbeitsmarkt integriert werden, erzählt Schopp. Als Best-Practice-Beispiel für die hervorragende Zusammenarbeit aller Institutionen steht die Beschäftigung von Leopold Daniel bei der Firma Markus Lepolt aus Mühlfeld, der über die Einstellung Daniels meint: „Ich finde, man sollte jedem Menschen eine Chance geben.“

E-Führerschein kein Problem für Daniel

Weiter führt Lepolt aus: „Leopold Daniel ist ein junger, top motivierter, freundlicher und zuverlässiger Mitarbeiter mit einer kognitiven Einschränkung. Es gab einige Stolpersteine, die wurden aber durch oftmaliges Sprechen und Erklären überwunden.“ Für den Arbeitseinsatz sei ein E-Führerschein notwendig, informierte Lepolt weiter. Und diesen Führerschein konnte Daniel erfolgreich absolvieren.

Die Hälfte der Kosten wurde von der Firma übernommen. Zufrieden zeigte sich auch Daniela Koller, vom Netzwerk berufliche Assistenz, die den Weg in den Beruf von Leopold Daniel begleitete.

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