Garser Viktualienmarkt-Standler zufrieden. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist jeden Samstagvormittag in Gars „Markttag“. Polizei achtet auf die Sicherheitsabstände.

Von Georgia Kazantzidu. Erstellt am 28. November 2020 (05:52)

Der Garser Viktualienmarkt, der seit über drei Jahrzehnten, genau seit 1989, existiert, ist längst zu einer Institution geworden. Das Angebot an regionalen Produkten und der gesellige Austausch sind charakteristisch für den Markt, der weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt ist.

Aber die angespannte Situation in der Corona-Zeit hinterlässt auch da ihre Spuren. Die Standler des Marktes berichten von Einbußen. Die Horner NÖN befragte einige von ihnen über die aktuelle Marktlage.

„Es ist verständlich, dass viele Leute sich nicht trauen, den Markt zu besuchen“, erzählt Martin Leopold vom Weingut Leopold aus Mollands (Gemeinde Schönberg am Kamp). Er hat finanzielle Einschnitte, zeigt sich jedoch zufrieden, „weil uns ohnehin nichts anderes übrig bleibt“, wie er sagt.

Auch Konsumverhalten hat sich geändert

Ähnliches erwähnt auch Alfred Zimmermann vom Ab-Hof-Verkauf Zimmermann in Trabenreith (Gemeinde Irnfritz-Messern), bei dem ein reichhaltiges Angebot an Fleisch- und Wurstspezialitäten zu finden ist. Von einem geänderten Konsumverhalten hin zu mehr jüngeren Kunden zwischen 25 und 35 Jahren hin berichtet Andreas Gschwantner von „Gschwantners Mostbutt’n“ in Wolfshoferamt (Gemeinde St.Leonhard am Hornerwald), der frisches Obst und Gemüse im Angebot hat. Sogar von einem Anstieg seines Umsatzes ist die Rede.

Ewald Kaindl aus Dorna bei Messern, der unter anderem sein selbst gebackenes reines Roggenbrot anbietet, meint bei der aktuellen Lage abgeklärt dazu: „Wir haben weniger Umsatz, aber wir sind trotzdem zufrieden.“

Daran schließt sich auch Herbert Blaich vom Biohof Blaich aus Maissau an, der hochwertige Bio-Öle verkauft. Er sieht den Vorteil, in der frischen Luft zu arbeiten, und freut sich, dass die Hygienevorschriften und die Abstände eingehalten werden. Er fühlt sich als Nahversorger geschätzt und erzählt, dass die Öle gut angenommen werden.

Diese These bekräftigt auch eine Stammkundin, eine Wahl-Garserin aus Tirol, die jedoch anonym bleiben möchte. Sie erzählt mit großem Enthusiasmus, wie wichtig es sei, die regionalen Produkte zu unterstützen.

Von den stark überfrequentierten Supermärkten, die oft „Preisdumping“ betreiben, hält sie persönlich nichts. „Alle Konsumenten wollen frische und biologische Produkte haben. Jeder will gut leben, und man braucht das rechte Maß, keine Überfülle, kein Mittelmaß, keine Reduktion.“

Corona-Abstandsregeln werden eingemahnt

Einige Besucher berichteten aber auch davon, dass das gesellige Beisammensein ein Einschreiten der Exekutive erforderte, da die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände seitens einiger Gäste nicht eingehalten wurden. Dies bestätigten auch einige Standler. Dank der Intervention der Polizei werden die Vorschriften wieder beachtet.

Der Organisator des Garser Viktualienmarktes, Jürgen Peter vom gleichnamigen Weingut in Gars, der auch Bienen-Produkte verkauft, berichtet hingegen über große Einbußen bis hin zu rund 40 Prozent. Trotzdem ist er mit der Abhaltung des Marktes sowie auch mit der Gemeinde Gars zufrieden: „Wir werden die Entscheidung bezüglich einer Weiterführung des Marktes abwarten. Ein Gespräch mit Bürgermeister Martin Falk findet demnächst statt.“