Interdisziplinärer Abend über die Schönheit des Alterns. „StAge“ lautete der Programmtitel des sechsten von zehn außergewöhnlichen Kulturabenden, die Intendant Johannes Wildner diesen Sommer in der KlangBurg Gars serviert. Nach Musik, Literatur und Schauspiel in den vergangenen Wochen, wurde dem Publikum am Freitag ein einzigartig-innovatives Gesamtkunstwerk aus Musik und Tanz, Elektronik und Performance, bildender Kunst und neuen Medien geboten.

Von Red. Horn. Erstellt am 08. August 2020 (15:10)
Sorgten am vergangenen Freitag für einen nachdenklich stimmenden Abend auf der KlangBurg Gars: Michael Scheed, Carmen Pratzner, Sophie Schollum und Kevan Teherani (von links).
Danielle Proskar

Verantwortlich zeichneten dafür zwei österreichische Künstlerinnen und ein persischer Künstler aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Die Jazzsängerin und Flötistin Sophie Schollum, die Tänzerin Carmen Pratzner und der Perkussionist und Multimediakünstler Kevan Teherani. Zusammen gestalteten sie eine Aufführung mit zeitgenössischem Tanz, in dem die Schönheit und würdevolle Anmut des Alterns sowie die oft unbedachten Chancen der Vergänglichkeit thematisiert wurden.  
Bevor die Performance in fünf Bildern die Burgbühne erfüllte, wurde im ersten Teil des Abends jedoch unter dem Titel „Between Three Moons“ ein stimmungsvoller Einstieg mit Flöte, Gesang, Vibraphon und Gitarre geboten, der das In-Sich-Gehen anregte. Sophie Schollum und Kevan Teherani unternahmen gemeinsam mit Michael Scheed an der Gitarre eine Reise mit Jazz, Latin und Soul sowie Texten von Rainer Maria Rilke, Christian Morgenstern und Gottfried Benn.

Verschwindende Grenzen und Gegensätze 

Nach der Pause folgte das vielschichtige Tanztheaterprojekt „StAge“.
Mit der genre- und kulturübergreifenden Konzeption führten Schollum, Pratzner und Teherani eindrucksvoll vor Augen, welch spannende künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten abseits fixer Strukturen und eindeutiger Zuschreibungen bestehen und auf welch fruchtbare Weise scheinbar Gegensätzliches zusammengeführt werden kann. So verschwanden in ihrer Performance in fünf Szenen die Grenzen und Gegensätze zwischen Alt und Neu, zwischen Jazz und Klassik, zwischen Musik und Tanz, aber auch zwischen Europa und dem Orient. 

Eine inspirierende Reise in das Spannungsfeld zwischen festen Strukturen und freier Improvisation!