Kampf gegen Schlammmassen

Erstellt am 30. April 2014 | 15:27
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Foto: NOEN, Anton Mück
Der Norden der Marktgemeinde Gars und die benachbarte Ortschaft Zaingrub versanken am Dienstagnachmittag in Schlamm- und Wassermassen. 170 Helfer von 15 Feuerwehren kämpften gegen die Folgen eines Unwetters.
"Gegen ein solches Naturereignis ist man machtlos", meint der Garser FF-Abschnittskommandant und Chef der Garser Flroianis, Thomas Nichtawitz. "Da kann man nur zusammenräumen." Das Unwetter, das am Dienstag, 29. 4., gegen 16 Uhr begann, sei in Phänomen gewesen, so Nichtawitz, der als Einsatzleiter an vorderster Front dabei war. "Es war sehr kleinräumig und in kürzester Zeit da." In Gars war nur der Norden mit den Siedlungsgebieten Richtung Zaingrub betroffen." Dennoch richteten die Wassermassen - zeitweise hagelte es auch - und der Schlamm, den sie mitbrachten, große Zerstörung an.

Privater Kleintraktor im Einsatz

Beschäftigt waren die Feuerwehren in Gars vor allem mit dem Auspumpen Von Kellern und dem Beiseiteräumen von Schlamm. Ein Hausbesitzer sei besonders stark betroffen gewesen, erzählt Nichtawitz. "Eis, Schlamm und Wasser haben bei ihm das Garagentor aufgedrückt und danach den Keller über einen Meter hoch angefüllt." Die FF-Helfer räumten Gegenstände aus dem betroffenen Haus und setzten zum Ausbringen des Drecks einen Kleintraktor ein, den ein privater Besitzer zur Verfügung stellte.

Schlamm auch im FF-Museum

Sogar die FF Gars selbst hatte Wasser und Schlamm im Haus. Zwei Lagerräume, wo unter anderem Aggregate, aber auch Gegenstände für Festveranstaltungen (Kühlschränke, Geschirrspüler, ...) aufbewahrt waren, kamen zu Schaden. "Einen Teil der Geräte können wir auf den Schrottplatz führen", ist Nichtawitz verzweifelt. Die Oldies des FF-Museums standen ebenfalls mit den Reifen im Schlamm. Hier reicht es zum Glück, sie teilweise zu zerlegen und penibel zu putzen.

Kleinräumigkeit war Glück im Unglück

Im Vergleich mit vergangenen schweren Unwettern in der Region Gars war es Glück im Unglück, dass das Ereignis so kleinräumig war - damit konnten sich die Florianis auf die Arbeit in rund 50 betroffenen Objekten konzentrieren. In Gars halfen fast 80 FF-Helfer - neben der eigenen Wehr die Kameraden aus Thunau, Kamegg, Zitternberg, Buchberg, Maiersch, Nonndorf bei Gars und Plank am Kamp.

Wassermassen stürzten nach Zaingrub

Zur selben Zeit wie in Gars ging es auch in Zaingrub, dem nur wenige Kilometer nördlich von Gars liegenden Ort der Gemeinde Rosenburg-Mold, los. Während es im Dorf nur zehn bis 15 Millimeter Niederschlag gab, öffnete der Himmel wenig südlich davon die Schleusen weit. "Wenn es im Ort schlimmer gewesen wäre, hätte vielleicht mancher rascher gehandelt", erzählt Zaingrubs FF-Chef Bernhard Winklmüller. "Aber das Wasser ist diesmal nur von draußen gekommen. Die Betroffenen waren machtlos."

"Es war wie bei einem Dammbruch!"

Vom Wald habe das Wasser jede Menge Schlamm, Äste und Steine mitgeführt und sei in das in einer Senke liegende Dorfzentrum geflossen. "Die Wassermassen haben sich teilweise zurückgestaut und sind dann ganz plötzlich in Bewegung gekommen", so Winklmüller. "Das war wie bei einem Dammbruch!" Wasser und Dreck verwüsteten mehrere Höfe. "Beim Lokal, wo wir immer unseren Feuerwehrheurigen haben, wurde das Tor aus der Verankerung gerissen", ist der FF-Einsatzleiter noch immer entsetzt über die Wucht der Zerstörung. Er kann sich an ein schweres Unwetter erinnern, bei dem das Wasser in einem schwer in Mitleidenschaft gezogenen Hof 10 Zentimeter über den Sockel beim Tor geronnen war. Diesmal waren es 30 bis 40 Zentimeter! Und im Hof sammelte sich alles wie in einem Stausee.

Auch am Tag danach noch viel Arbeit

95 FF-Helfer aus sieben Feuerwehren - Zaingrub, Mold, Mödring, Rosenburg, Stockern, Breiteneich und Altenburg - standen direkt nach dem Unwetter im Einsatz. Zehn Objekte waren im Dorf betroffen. Schlamm und Wasser mussten ausgepumpt oder händisch mit Schaufeln beiseite geschafft werden. Für einige Silberhelme gab es auch am Tag danach noch viel zu tun. Die Unwetteropfer werden auch noch einige weitere Tage mit der Beseitung der ärgsten Schäden und den Putzarbeiten beschäftigt sein.