Zu Hause bei Manuel Rubey: „... und dann ist doch alles wieder gut“

Erstellt am 16. Januar 2022 | 05:28
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Seit etwa acht Jahren hat Schauspieler Manuel Rubey einen Zweitwohnsitz im Kamptal. Die NÖN wollte wissen, wie es ihm hier so ergeht.

Seit etwa acht Jahren hat Schauspieler und Publikumsliebling Manuel Rubey ein Haus im Kamptal. Die NÖN wollte von ihm wissen, wie es ihm hier geht, was ihm am Waldviertel gefällt und wie es sich hier als „Zuagraster“ leben lässt.

Gemeinsam mit seiner Frau Stefanie Nolz-Rubey habe er das Haus gekauft, weil „das damals einige unserer Bekannten so gemacht haben“, sagt Rubey schmunzelnd und fügt an: „Nein, das war nicht der wahre Grund. Wir haben es getan, weil wir KEINE Ahnung hatten was es bedeutet, ein Haus am Land, einen Zweitwohnsitz zu haben!“ So seien die beiden hier völlig unvorbereitet gelandet, völlig naiv. „Wir dachten, die Kinder hätten dann einen großen Garten, statt der dreckigen Spielplätze in der Stadt, und viel frische Luft, statt der Gürtelnähe und den ganzen Staus und dass Manuel sich so richtig entspannen könne“, sagt Stefanie Nolz-Rubey. Als öffentliche Person sei es gut, wenn man einen Rückzugsort habe und Krafttanken könne, seien die Überlegungen gewesen: „Im sagenumwobenen Kraftplatzzentrum Waldviertel müsste das doch super klappen. So haben wir es uns vorgestellt.“

„Der Zweitwohnsitz fordert dich, braucht dich ganz viel und will nicht vernachlässigt werden. Und genau das entspannt. Es entspannt, weil man nie machen kann, was man eigentlich machen will.“ MANUEL RUBEY Schauspieler

Gekommen ist es dann aber doch anders. Das Haus mit seinem Charakter habe das Paar etwas überrascht, den Garten hätten sie komplett unterschätzt. Und, so Nolz-Rubey: „Der Waldviertler ist auch kein Italiener. No Na.“

„Der Biber hat schon wieder einen Obstbaum geholt“

Nach einigen Jahren und Unterhaltungen à la „Der Biber hat sich schon wieder einen Obstbaum geholt“ oder „Die Nachbarn sagen, das sind bestimmt Wildschweinspuren im Garten“ oder „Hast du die Nummer vom Heizungsnotdienst eingespeichert, es heizt schon wieder nicht“ hätten die Rubeys bemerkt, dass es genau das sei, was sie entspannt. „Nicht sofort. Immer wieder ärgert man sich und denkt sich ,aber wir wollten doch nur unseren Frieden hier‘. Aber wenn man dann am Morgen in den Garten geht, natürlich in Gummistiefel – durchaus das ganze Jahr, der Morgentau ist immer da bei uns – sich jede seiner Pflanzen anschaut, ob der Mangold über Nacht gewachsen ist, ob der Kompost über Nacht gearbeitet hat, ob man nicht doch einen Food Forest anlegen sollte, wie schön die Sonne im Grün glitzert und dass man seine Gedanken gar nicht hört, weil die Vögel so laut zwitschern - dann ist alles gut!“

„Der Zweitwohnsitz fordert dich, braucht dich ganz viel und will nicht vernachlässigt werden. Und genau das entspannt. Es entspannt, weil man nie machen kann, was man eigentlich machen will“, sagt Rubey. Buchlesen werde hier zu „wir müssen die Kriacherl ernten“, ein paar Gedanken schreiben zu „noch schnell Sensen, bevor es regnet“, aus „ein paar Emails mit Arbeitspartnern schreiben“ werde „ich muss noch die Aschelade ausleeren“. Welchen Schluss man daraus ziehen könne? „Fakt ist, man kommt am Land zu NICHTS AUSSER zum Land. Das Land will dich ganz und gar.“

Und nirgends rieche es so gut wie im Kamptal, wenn man nach einem Sommerregen in den Wald geht. Die Flora am Straßenrand wenn man von A nach B fährt. „Wir haben Reiher und Fischotter vor der Nase, Blüten in allen Farben und Naturphänomene, die wir Städter nur aus Dokumentationen kennen. Das Land hat recht, es will gesehen werden. Und das Waldviertel ist ein sehr schönes Land“, meint Rubey.

Und auch wenn sie immer wieder unruhig werden, wenn das Land zu viel von ihnen will, sei es genau das, was sie entspanne: „Es ist wie ein Urlaub: der ist auch oft anstrengend, aber es ist eine Abwechslung zum Alltag und das macht Erholung für den Kopf.“

„Der Waldviertler freut sich tief drinnen über Zuagraste“

Was sie über den typischen Waldviertler gelernt haben? „Wenn du die raue Schale des Waldviertlers mal knackst, ist er (wie jeder Mensch) ein herzlicher Mensch. Der Waldviertler freut sich tief drinnen (wie jeder Mensch) über die ,Zuagrastn‘. Das brauchen wir, das tut dem Land gut.“