Mann onaniert im Zug vor Mädchen. Drei Minderjährige mussten der geschlechtlichen Handlung eines 36-Jährigen zusehen. Der Asylberechtigte gestand.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 17. Juli 2019 (05:00)
ÖBB/Christian Zenger
Eines der drei Mädchen steigt seit dem Vorfall ungern in die Kamptalbahn ein.

Drei Mal – im November und Dezember 2018 sowie im Jänner 2019 – zog sich ein 36-Jähriger aus, um sich in der Kamptalbahn zu erregen und befriedigen. Die geschlechtliche Handlung mussten drei weibliche Minderjährige ansehen. Die Verhandlung dazu war am vorigen Mittwoch. Der Angeklagte bekannte sich zu allen Vorfällen schuldig.

Bezirksrichter Thomas Brandstetter fragte ihn, warum er das getan habe, noch dazu, wo er selbst zwei Kinder hat? „Meine Mutter war damals krank und ich war unter psychischem Druck“, übersetzte ein Dolmetscher. Der Asylberechtigte aus Aleppo (Syrien) spricht nur wenig auf Deutsch. „Das war nicht richtig.“ Er habe bisher noch keine psychologische Hilfe in Anspruch genommen.

Die Anwältin, die eine der drei Mädchen vertrat, machte 1.000 Euro Schmerzensgeld geltend. Sie bat zudem um eine schonende Einvernahme der 14-Jährigen, woraufhin der Angeklagte in einen anderen Raum geführt wurde.

„Ich gehe Menschen, speziell Männern, mehr aus dem Weg“, schildert sie dann. Sie habe Angst, dass jeder von ihnen „das machen könnte“. Sie fahre ungern mit dem Zug und hatte „ein Tief in der Schule, weil’s mich so belastet hat“. Sie wisse noch nicht, ob sie eine Therapie in Anspruch nehmen werde.

Vier Monate Bewährungsstrafe und Schmerzensgeld

Die 17-jährige Zeugin verzichtet auf Schmerzensgeld, während die dritte nicht bei der Verhandlung anwesend war. „Ich will um Verzeihung bitten“, sagte der 36-jährige Angeklagte abschließend. „Ich bereue das, was ich getan habe.“

Das Urteil: vier Monate Bewährungsstrafe und 300 Euro Schmerzensgeld, das innerhalb von 14 Tagen zu zahlen ist. Bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe ist möglich, erklärte Brandstetter. Die bisherige Unbescholtenheit und das Geständnis waren Milderungsgründe, erschwerend war das Zusammentreffen von drei Vergehen. Rechtskräftig.