Mit Laptop und Lederhose: Landjugend feierte Jubiläum. Die Landjugend im Teilbezirk Eggenburg verbindet Tradition mit Moderne.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 21. August 2019 (04:35)

70 Jahre und Jugend? Wie das zusammen passt, bewies die Landjugend aus dem Teilbezirk Eggenburg bei der Feier ihres 70-jährigen Bestehens. Unter dem Motto „Laptop und Lederhose“ beweist die Landjugend, dass sie es versteht, Tradition und Moderne zu verbinden und so – wie der ehemalige Leiter dieser Institution, der nunmehrige Bezirksbauernkammer-Obmann Herbert Hofer beim Festakt meinte, „die modernste Jugendorganisation überhaupt“ ist.

Beim Festakt wurde dann aber nicht in erster Linie über die Organisation an sich, sondern über die Leute, die sie geprägt haben und derzeit prägen, gesprochen. Im von Sabrina Ullreich und Thomas Zeitelberger moderierten Rückblick über die Geschichte der Landjugend im Teilbezirk Eggenburg kamen daher ehemalige Funktionäre zu Wort, die über ihre Erfahrungen und Erlebnisse aus der Landjugendzeit berichteten.

48-Seiten-Festschrift über Geschichte

Gegründet wurde die Landjugend im Teilbezirk Eggenburg 1949 vom Matzelsdorfer Franz Amon, der vor Kurzem seinen 102. Geburtstag gefeiert hatte (die NÖN berichtete), als Burschenorganisation. Erst 1954 wurde es auch Mädchen gestattet, beizutreten. Amons Enkel Stefan Amon, selbst LJ-Mitglied und Jugendgemeinderat in Burgschleinitz-Kühnring, brachte Grußworte seines Großvaters mit. Er berichtete über dessen Erinnerungen an die Anfangszeiten, als die Landjugend noch „ländliches Fortbildungswerk“ hieß.

Der Röschitzer Winzer Ewald Gruber, in den 70er-Jahren Landjugend-Leiter, erzählte, dass später auch der gesellschaftliche Aspekt neben der Fortbildung immer mehr in den Fokus gerückt sei und man besonders Kontakte zu Landjugendgruppen im Waldviertel geknüpft habe. Auch „Pyjama-Partys“, Krampus-Kränzchen und diverse Veranstaltungen hätten dazu beigetragen.

Landesleistungspflügen war Highlight

Absolutes Highlight der 70-jährigen Geschichte sei dann aber das „Landesleistungspflügen“ in Theras 1993 gewesen. Damals leitete Hofer die Landjugend. Dazu kamen zahlreiche Erfolge bei sportlichen Bewerben, Redebewerben oder den LJ-Leistungsabzeichen.

Auch drei Mitglieder im Landesbeirat (derzeit ist LJ-Leiter Andreas Stefan Landesobmann-Stellvertreter) brachte die Eggenburger Landjugend hervor. Nach einem „Tief“ in den 2000er-Jahren – damals blieb Röschitz als einziger Sprengel übrig, der Teilbezirk wechselte daher in die LJ-Weinviertel – erlebte man zuletzt eine „Renaissance“. Einige Neugründungen von Sprengeln (zuletzt Meiseldorf und Burgschleinitz-Kühnring) sind als Zeichen zu werten, dass die Landjugend wieder eine blühende Zukunft vor sich hat. Zahlreiche Erfolge beim „Projektmarathon“ in den vergangenen Jahren wurden bereits eingefahren.

Nach der von Pfarrer Sebastian Schmölz zelebrierten Festmesse präsentierten die Jugendlichen die 48 Seiten fassende Festschrift, bei deren Gestaltung sich besonders Anita und Sabrina Ullreich sowie Thomas Zeitelberger engagiert hatten.