Ende für Christlichen Arbeiterverein Horn. Christlicher Arbeiterverein beschloss Auflösung mit 31. Dezember.

Von Eduard Reininger. Erstellt am 17. Juni 2021 (04:30)
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Die anwesenden Vorstandsmitglieder mit Abt Thomas Renner (links) und Vizebürgermeister Gerhard Lentschig (rechts): Rudolf Starkl, Eduard Vevera, Stefanie Pichler, Pfarrer Albert Groiß, Josef Zeitlberger, Roman Fröhlich, Alfred Greill, Franz Haidinger.
privat, privat

Eine Ära geht zu Ende: Der Christliche Arbeiterverein Horn (CAV) beschloss bei seiner Generalversammlung am 11. Juni nach eingehender Diskussion einstimmig seine Auflösung mit 31. Dezember. Der Verein hatte seit 115 Jahren bestanden. Damit geht auch ein Stück Horner Stadtgeschichte zu Ende.

Corona und Nachwuchsprobleme als Gründe. Obmann Roman Fröhlich erklärte in seinem letzten Bericht in dieser Funktion die Beweggründe für das Aus für den Traditionsverein. So sei es in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Vorschriften nicht möglich gewesen, Veranstaltungen durchzuführen. Durch die Pandemie sei es sehr schwierig gewesen, das Vereinsleben und den Vereinsbetrieb auch von der inneren organisatorischen Seite her aufrecht zu erhalten. Ein weiteres schwer zu bewältigendes Problem sei die Mitgliederstruktur gewesen, führte Fröhlich aus. „Die meisten befinden sich schon in hohem Alter und Junge sind kaum zu gewinnen“, meinte der Obmann.

Geschichte eng mit Vereinshaus verbunden. Seit der Gründung des Vereins im Jahr 1906 habe sich die wirtschaftliche, politische, gesellschaftliche, bildungsmäßige und soziale Situation der unselbstständig Erwerbstätigen – damals überwiegend Arbeiter – total verändert, blickte Fröhlich in die Geschichte zurück. Unter anderem deswegen seien die Christlichen Arbeitervereine nach 1945 von der österreichischen Bischofskonferenz aufgelöst worden. Nur in Horn blieb der Verein wegen der statutengebundenen Verknüpfung mit dem Vereinshaus bestehen, konzentrierte sich aber viele Jahre überwiegend auf die Verwaltung des Vereinshauses.

Nach dessen Verkauf 1985 an die Stadtgemeinde Horn wurden neue Akzente gesetzt. So wurde mit dem verbleibenden Verkaufserlös die Papst-Leo-Stiftung gegründet, aber auch viele Vorträge und Gottesdienste durchgeführt. „Doch mit der Überalterung der Vereinsmitglieder sank auch die Besucherfrequenz“, führte Fröhlich an, warum die Auflösung notwendig geworden ist.

Abschieds-Festakt für Herbst geplant. Für den Herbst sind jetzt noch drei mehrfach verschobene Vorträge geplant. Beschlossen wurde, als feierlichen Abschluss der langjährigen Vereinsgeschichte im November einen Festakt zu gestalten. Dazu wurden von den Anwesenden zahlreiche konstruktive Gestaltungsvorschläge eingebracht.