Covid im Spital: „Rechnen an freien Tagen mit Dienst“. Durch die Covid-Pandemie wurde auch im Landesklinikum Horn-Allentsteig der Arbeitsalltag der Mitarbeiter ordentlich durcheinandergewirbelt. Im Horner Klinikum werden Covid-Patienten, sofern sie Betreuung in Fachrichtungen, die am Horner Klinikum geboten werden, brauchen, betreut. NÖN-Redaktionsleiter Thomas Weikertschläger bat fünf der insgesamt 700 Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen an beiden Standorten, aus ihrem neuen Alltag und von ihren neuen Herausforderungen zu erzählen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. Dezember 2020 (05:14)
David Steinkogler, Stationsleitung Landesklinikum Allentsteig:
Landesklinikum Horn

David Steinkogler, Stationsleitung Landesklinikum Allentsteig:

Täglich über Richtlinien informieren.

Flexibilität ist wichtig! Jeder muss offen mit der Situation umgehen. Die Richtlinien verändern sich (fast) täglich, darum sollte sich jeder bei Arbeitsbeginn über die Veränderungen informieren. Das Arbeiten mit der FFP2-Maske ist nicht einfach, da sie zu Kopfschmerzen, trockener Mund- und Nasenschleimhaut, Hautveränderungen und Schmerzen hinter den Ohren führt. Die Patienten können durch unser Tragen der Maske unsere Mimik/Gestik nicht mehr wahrnehmen.

Verständigung ist erschwert, besonders für hör- und sehbeeinträchtigte Personen. Das Tragen der Schutzausrüstung bei positiven Patienten stellt uns vor große körperliche Herausforderungen wie starkes Schwitzen, Kreislaufbeschwerden. Die Gefahr sich anzustecken ist täglich gegeben. Um dem vorzubeugen wurden wir in Hygienemaßnahmen geschult.

Tagesstruktur geändert.

Die Tagesstruktur hat sich durch Hygienemaßnahmen für Patient und Personal verändert. Für die Patienten ist noch erschwerend, dass kein persönlicher Kontakt mit Angehörigen gehalten werden kann und dass dadurch die Gefahr der Vereinsamung steigt. Wäscheversorgung bzw. -austausch muss durch Personal erfolgen.

Fordernde Situation für Mütter und Väter.

Das Personal wird von den Familien zu Hause in jeder Situation unterstützt. Die Situation für Mütter und Väter ist fordernd, da die Kinder zu Hause versorgt werden müssen. Jeder von uns rechnet damit, dass auch an freien Tagen ein Dienst aufgrund einer Dienstverhinderung von KollegInnen zu besetzen ist. Spontaner Dienst ist schwerer möglich, da die Versorgung/Homeschooling organisiert werden muss. Jeder von uns hat die ständige Befürchtung den Virus auch mit nach Hause zu nehmen und an Familienmitglieder weiter zu geben.