Liebe und andere verbotene Dinge. Darbietungen im Festsaal der Stadtgemeinde Eggenburg hätten sich mehr Besucher verdient.

Von Franz Zeitelberger. Erstellt am 06. Mai 2017 (04:27)
Musikalische Amouren: Walter Bass am Klavier, der auch für Arrangements und Einstudierung verantwortlich war, mit Anton Much, Cornelia Buschina, Wolfgang Jochum und Annette Fischer (von links).
Franz Zeitelberger

„Amouren“ war das Thema des Tages, inhaltliche Grundlage Arthur Schnitzlers „Reigen“. Beim Besuch des Konzerts gab es viel „Luft nach oben“, beim Altersdurchschnitt der Besucher ebenso „Luft nach unten“. Das waren die Eckpunkte des Konzertes des Wiener Vocal Quartetts in Eggenburg.

Viele bekannte Werke wie „Drunt in der Lobau“, „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“, aber auch Udo Jürgens‘ „Merci Cheri“ standen am Programm des hochklassigen Konzertes.

Die Liebe, Ausflüge in Separees oder an dunkle Plätze und heiße Lippen wurden ebenso besungen wie nicht funktionierende Treue. Für eine gelungene Abwechslung sorgten die Texte, die Anton „Toni“ Much bei seinem Heimspiel in Eggenburg zwischen den musikalischen Werken darbrachte. Er bediente sich dabei des bekannten Werks Arthur Schnitzlers, welches bei seiner Uraufführung für einen riesigen Skandal (Aufführungsverbot) sorgte.

Die für damalige Zeiten wohl zu schlüpfrigen Texte und Beschreibungen verschiedenster Personen – zwischen Dirne und Soldat, Ehemann und süßem Mädel bis zu Graf und Dirne – waren gut ausgewählt und brachten das Publikum im Rathaussaal wiederholt zum Schmunzeln.

Besonders herausfordernd war der Abend wohl für Anton Much, der neben dem Gesang (Bassbariton) auch die Rolle des Sprechers übernahm. Hervorragende Leistungen in verschiedenen Ausführungen, vom Solo bis zum Quartett, gab es durch die Sopranistinnen Cornelia Buschina und Annette Fischer und Tenor Wolfgang Jochum, unterstützt von Walter Bass am Klavier. Schade um die leer gebliebenen Plätze!