Viele grippale Infekte, aber keine Grippewelle. Auch Landesklinikum Horn – und dessen Mitarbeiter – sind von aktueller Erkrankungswelle betroffen.

Von Thomas Weikertschläger und Rupert Kornell. Erstellt am 21. Februar 2019 (05:48)
MK
Ärztlicher Direktor Martin Breitenseher vom Landesklinikum Horn.

Ganz abgeklärt sieht die Horner Stadtärztin Erna Schleritzko die in manchen Medien grassierenden Meldungen einer „Grippewelle“.

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Stadtärztin Erna Schleritzko hat in ihrer Ordination mit vielen grippalen Infekten zu tun.

„Ich sehe das nicht so“, sagt sie im NÖN-Gespräch, „zur Zeit haben wir hauptsächlich grippale Infekte, richtige Influenzafälle sind mir eigentlich nicht bekannt. Auch in Gesprächen mit anderen Medizinern, wie etwa Erich Weghofer aus Mörtersdorf, wird meine Einschätzung bestätigt: Es gibt keine Grippewelle, bei der man vor allem die Influenza meint.“

„Die meisten Patienten erholen sich innerhalb einer Woche dank Bettruhe und antigrippaler Medikamente wie Fiebersenker und schleimlösende Mittel.“ Besonders bei älteren Menschen kommt es zu bronchitischen Infekten mit Verdacht auf beginnende Lungenentzündungen, das sei etwa im Stephansheim festzustellen. Dort seien – ähnlich wie im Landesklinikum Horn – viele Mitarbeiter des pflegenden Personals von den Erkrankungen betroffen sein.

„Hausarzt ist immer erster Ansprechpartner“

Im Klinikum selbst bestätigen der ärztliche Leiter, Martin Breitenseher und Ernst Ulsperger von der Internen Abteilung, dass die aktuelle Erkrankungswelle auch das Klinikum Horn derzeit voll betrifft. So gebe es eine deutliche Zunahme der Krankenstände aufgrund grippaler Infekte und auch echten Grippefällen. Der Höhepunkt dürfte aber bereits überschritten sein, so die beiden Mediziner.

Im Landesklinikum Horn müssen überwiegend ältere und durch Begleiterkrankungen geschwächte Personen stationär versorgt werden. Um das vermehrte Patientenaufkommen bewältigen zu können, werden laut Breitenseher auch spezielle Maßnahmen ergriffen. „Trotz all dieser Bemühungen kann es aber vereinzelt zu längeren Wartezeiten kommen. Wir möchten darauf hinweisen, dass bei grippalen Infekten und Grippe der Hausarzt immer der erste Ansprechpartner ist“, sagt Breitenseher.

Außerdem verweist er für eine schnelle medizinische Beratung und Information auch auf die Gesundheitsnummer 1450. An die Bevölkerung haben Breitenseher und Ulsperger einen Appell: „Man kann nur empfehlen: Impfen lassen für sich selbst und seine Mitmenschen!“