Bezirk Horn: Fragen an die Spitzenkandidaten

Erstellt am 24. Jänner 2023 | 20:00
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Spitzenkandidaten Landtagswahl Horn
Foto: EH/SPNÖ/MK/GK/Die Grünen Horn/Emil Jovanov
Die Spitzenkandidaten aus dem Bezirk im NÖN Gespräch.

Warum sollte gerade Ihre Partei bzw. Sie persönlich gewählt werden?

Franz Linsbauer (ÖVP): Wir sind als die VPNÖ bei unseren Mitbürgern und eine stabile und berechenbare Kraft im Land – als Bürgermeister bin ich mit den Anliegen meiner Landsleute schon viele Jahre vertraut und stets bemüht zu helfen und zu unterstützen.

Josef Wiesinger (SPÖ): Weil nur die SPÖ soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Senkung der Teuerung, Verteilungsgerechtigkeit, ganztägige Kinderbetreuung im Programm hat. Andere wollen oft nur korrupten Machterhalt oder Populismus ohne Programm.

Klemens Kofler (FPÖ): Sicherheit, und Wohlergehen unserer Bevölkerung sind einer der bekannten Leitlinien der FPÖ und diese zwei Punkte sind unter der derzeitigen Regierung nicht mehr gegeben. Es ist dringend notwendig, eine neue Regierung aufzustellen.

Walter Kogler-Strommer (Die Grünen): Wir Grüne sind die einzige Partei, die den Klimaschutz wirklich ernst nimmt und für die nächsten Generationen auch umsetzen wird.

Matthias-Laurenz Gräff (NEOS): Weil ich, wir, für eine Politik stehen, die bei sich selbst sparen will, vor allem jetzt, wo viele Menschen intensiv mit der Teuerung kämpfen. Dadurch bleibt mehr Geld für die Menschen – statt für die Mächtigen.

Welche Maßnahmen sehen Sie als sinnvoll, um der Abwanderung entgegenzuwirken?

Franz Linsbauer (ÖVP): Es ziehen bereits mehr Menschen zu, als abwandern. Eine Herausforderung ist, der negativen Geburtenrate entgegenzuwirken, z. B. mit „Wohnen im Waldviertel“, Angeboten für Familien/Kleinstkinderbetreuung; Unterstützung von Vereinen und Institutionen.

Josef Wiesinger (SPÖ): Der ländliche Raum muss so attraktiv gestaltet werden, dass hier ein zeitgemäßes Leben möglich ist. Versorgung mit Telefon, Breitband, öffentlichem Verkehr, Nahversorger, höheren Schulen und Arbeitsplätzen. Derzeit ist er das Stiefkind der Landes- und Bundespolitik.

Klemens Kofler (FPÖ): Ein Konzept für die Verbesserung wäre: Leistbares Wohnen; Infrastruktur in den Ortschaften; bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Erhaltung der Kindergärten, Einkaufstaxis für Pensionisten; Arbeitsplätze; vollständiges Internet, Handynetzabdeckung, Ärzte.

Walter Kogler-Strommer (Die Grünen): Infrastrukturmaßnahmen wie Breitband- und Ausbau des öffentlichen Verkehrs (auch innerhalb des Bezirkes und in der Stadt) umsetzen und nicht nur darüber reden.

Matthias-Laurenz Gräff (NEOS): Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, belebte Ortskerne, gute Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuungsplätze, Breitbandausbau, leistbare Wohnmöglichkeiten, das Ganze ist für junge Menschen und Familien wichtig, um hier leben zu können.

Was kann man gegen die vielen Leerstände in den Innenstädten tun?

Franz Linsbauer (ÖVP): Verein Interkomm Projektgruppe „Wohnen im Waldviertel“, Zusammenarbeit mit den gemeinnützigen Wohnbauträgern Wohn- und Geschäftsräume anzubieten und Zusammenarbeit mit den Gemeinden weiter ausbauen und verbessern.

Josef Wiesinger (SPÖ): Es wird keine universelle Lösung des Problems geben, denn die Situation und Voraussetzungen sind oft unterschiedlich. Sicher ist nur, das Hausbesitzer und Politik gemeinsam auf einem Tisch darüber verhandeln müssen.

Klemens Kofler (FPÖ): Schaffung von Parkplätzen, mehr Gastronomie, Veranstaltungen und Mietvergünstigungen. Man sollte nicht an jeder Stadteinfahrt Einkaufszentren errichten.

Walter Kogler-Strommer (Die Grünen): Leerstandsabgaben einführen und Anreize (Dezentralisierung in manchen Branchen möglich) schaffen, oder einfach gesagt Lobbyismus betreiben.

Matthias-Laurenz Gräff (NEOS): Wir brauchen ein Ortskern- und Leerstandsmanagement sowie Anreize, um Geschäfte wie eine Greißlerei anzusiedeln. Hierzu benötigt es auch eine Umgestaltung durch Verkehrsberuhigung, Begrünung und Bodenentsiegelung.

Welche Maßnahmen wären gegen die Teuerungswelleerforderlich?

Franz Linsbauer (ÖVP): Erste Welle der Teuerung abfangen, jenen Bevölkerungsgruppen helfen, die besonders getroffen wurden, Klein- und Mittelbetriebe unterstützen um Arbeitsmarkt zu sichern, Unabhängigkeit am Energiesektor.

Josef Wiesinger (SPÖ): Diese ist überwiegend durch Energiepreise hervorgerufen. Es wird notwendig sein, die Regeln der Preisgestaltung zu ändern, mehr staatliche Steuerungsmöglichkeit und Beteiligung der „Gewinner“ an Preisdeckel und Unterstützungen.

Klemens Kofler (FPÖ): Energiekostensenkung. Es ist für Unternehmen wie EVN/ Verbund nicht rühmend, für eine existenznotwendige Leistung das Doppelte zu verlangen, um die eigenen Taschen zu füllen, bei 51% (EVN) im Eigentum des Landes.

Walter Kogler-Strommer (Die Grünen): Echten Ausbau (Zonierungen ändern) der erneuerbaren Energien schaffen, weg von der Abhängigkeit fossiler Brennstoffe. Ökologisch nachhaltiges Verhalten belohnen.

Matthias-Laurenz Gräff (NEOS): Sparen im politischen System und bei den Parteien, kalte Progression vollständig und rückwirkend abschaffen, Steuern senken – vor allem die Lohnnebenkosten, weil dadurch höhere Löhne ermöglicht würden.

Welche Projekte können eine bessere Verkehrsanbindung für Horn bringen?

Franz Linsbauer (ÖVP): Ausbau der Franz-Josefs-Bahn in Verbindung mit Attraktivierung der Kamptalbahn, Glasfaserinfrastruktur, Pilotprojekte für individuelle Formen von öffentlichem Busverkehr, für die sich auch der Bezirk Horn – bei Auslaufen der Verträge mit dem „VOR“ bewerben wird.

Josef Wiesinger (SPÖ): Ein leicht zu ändernder Fahrplan, ein Beschleunigen der Züge, ein Bahnhofsumbau (zeitgemäß), ein zentraler Busbahnhof der Ausbau von der Straße bezüglich kreuzungsfrei, 2+1 Fahrspuren, speziell bei Steigungen, keine Symbolpolitik vor Landtagswahlen.

Klemens Kofler (FPÖ): Die Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel (Bus) für jede noch so kleine Ortschaft sollte im Mittelpunkt stehen.

Walter Kogler-Strommer (Die Grünen): Die FJ-Bahn sinnvoll ausbauen (Variante wie einst geplant über Eggenburg), die momentan geplante Variante über Sigmundsherberg ist reine Geldverschwendung. Es ändert sich dadurch nichts, das Ziel muss eine schnellere Verbindung sein.

Matthias-Laurenz Gräff (NEOS): Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, z. B. Ausbau der Bahnlinien sowie Einführung von kürzeren Intervallen bei Bus und Bahn. Darüber hinaus ist die „letzte Meile“ zu schließen, indem wir ein Verleihsystem in den Gemeinden etablieren.

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