Mold als digitales Zentrum. Landwirtschaftskammer und Maschinenring wollen Landwirte in der digitalen Zukunft unterstützen und die Bildungswerkstatt als zentrale Drehscheibe nutzen.

Von Eduard Reininger. Erstellt am 13. Juli 2019 (04:34)
Eduard Reininger
Setzen auf digitalen Fortschritt (v. l.): Wolfgang Weichselbraun, Johannes Schmuckenschlager und Johann Bösendorfer.

Die digitale Kompetenz ist wichtiger denn je, sind Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Schmuckenschlager (NÖ), Maschinenring-Obmann Johann Bösendorfer (NÖ-Wien) und Wolfgang Weichselbraun, zuständiger Abteilungsleiter der Landwirtschaftskammer (LK) überzeugt. Sie stellten am Montag (8. Juni) im Bildungszentrum das Projekt „Landwirtschaft 4.0“ vor.

Herzstück ist derzeit ein gemeinsames Angebot, das die genaue Planung von Lenksystemen und Fahrspuren ermöglicht. Das „Mobil RTK Signal“ arbeitet mit GPS und lässt eine zentimetergenaue Feldbewirtschaftung zu. Rund 800 Betriebe haben im Vorjahr in automatische Lenksysteme investiert.

Kompetenzzentrum für Digitalisierung

Das alleine zeigt schon, dass die Digitalisierung ein wesentliches Thema der Landwirtschaft ist – und solche Angebote wollen LK und Maschinenring weiter ausbauen. „Wir wollen hier auch die Bildungswerkstatt Mold als zentrale Drehscheibe nutzen“, informiert Schmuckenschlager.

Ziel sei, die Bildungswerkstätte Mold als Kompetenzzentrum für Digitalisierung im ländlichen Raum zu verankern. Dabei solle auch der Start up-Trend für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden.

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Stefan Polly und Christoph Wolfsberger (v. l.) ließen eine Drohne aufsteigen und erklärten, was sie für die Landwirte konkret tun kann.

„Die Nutzung digitaler Techniken ist mittlerweile auch bei den Erzeugern der Ausgangsprodukte auf unseren Bauernhöfen Realität“, begründet Schmuckenschlager. Die Agrarbranche wird als einer der innovativsten Produktionsbereiche bezeichnet. Das bringen bestimmte Faktoren mit sich: der Wunsch nach hochwertigen Lebensmitteln zu günstigen Preisen, die offenen Märkte und die Forderung nach effizientem Einsatz von Ressourcen.

Die LK und der Maschinenring wollen mit Beratung und Dienstleistungen die Landwirte verstärkt unterstützen. Bösendorfer nennt Vorteile für die Landwirte wie Einsparungen von Energie und Betriebsmitteln, Senkung von Produktionskosten und Reduktion von CO mithilfe der Digitalisierung. Das soll die Arbeitsplatzbedingungen der Landwirte verbessern und die Auslastung der Maschinen optimieren. Er erkennt eine Vorreiterrolle des Maschinenrings, was Vernetzung, Digitalisierung und „Precision Farming“ betrifft.

„Die Digitalisierung ermöglicht neue Formen des Wissenstransfers“, ergänzte noch Weichselbraun. E-Learning sei eine Weiterbildungschance der Zukunft für Landwirte. Die LK setzt mit dem Ländlichen Fortbildungsinstitut dazu Onlinekurse ein.