Bauernbund im Bezirk Horn stellt sich für Wahl auf. Bauernbund-Obmann Herbert Hofer über Ziele, Visionen und die Vernetzung des Bauernbundes.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 15. Februar 2020 (06:08)
Zuversicht vor der Landwirtschaftskammerwahl herrscht bei den Vertretern des Bauernbundes aus dem Bezirk Horn: Markus Steininger, Christian Pleßl, Stefan Schlegl, Abgeordnete Andrea Wagner, Obmann Herbert Hofer, Hannes Zeitelberger, Andreas Boigenfürst und Simon Pind (von links).
Robert Kopper

Mit einem laut Obmann Herbert Hofer „motivierten und gut aufgestellten“ Team geht der Horner Bauernbund in die Landwirtschaftskammerwahlen, die am 1. März über die Bühne gehen werden. Die NÖN sprach mit Hofer über die Ziele des Bauernbundes für die Wahl, den Klimawandel, Zukunftsvisionen für die Landwirtschaft und die Stärke des Bauernbundes.

Konsumenten-Information. Großes Anliegen sei ihm, die Kommunikation mit den Konsumenten weiter auszubauen. In diesem Bereich werde schon jetzt über Aktionen wie „Österreich isst frei“, aber auch Initiativen der Bäuerinnen (Schulbesuche, Seminare, Kochkurse, ...) viel getan, aber: „Wir müssen unterstreichen, wie Landwirtschaft funktioniert, was wir genau tun und warum wir das tun“, sagte Hofer.

Klimawandel: Hinsichtlich Klimawandel („er ist nicht mehr zu verhindern, nur noch zu verlangsamen“) sei man im forstwirtschaftlichen Bereich (Wiederaufforstungen mit Mischwaldbeständen, Pflegemaßnahmen, Verwertung der Holzprodukte) bereits auf gutem Weg. Intensiveren wolle er den Austausch mit der Jägerschaft. Man müsse diskutieren, was es brauche, um einerseits wieder Waldflächen zusammen zu bringen, andererseits aber auch den Wert der Jagd-Reviere aufrecht zu erhalten und „auch den Frieden in den Dörfern zu sichern“, sagte Hofer.

Landwirtschaftlicher Bereich. Im landwirtschaftlichen Bereich müsse man klären, wie man mit der Tatsache des Klimawandels umgehen könne. Setze sich die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre fort, so sei die flächendeckende Bewirtschaftung des Bezirks Horn mit der bisherigen Vielfalt an Kulturen innerhalb der nächsten Bewirtschafter-Generation nicht mehr möglich. Er habe in den vergangenen fünf Jahren bereits auf die Frage der Rückhaltung von Wasser (etwa Oberflächenwasser auf versiegelten Flächen) in der Region hingewiesen – und sei damit auch in St. Pölten gehört worden. Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich bereits mit dem Thema, das für die gesamte Region nördlich der Donau von großer Wichtigkeit sei. Und er will hier weiter aufs Tempo drücken: „Infrastruktur-Projekte – egal ob der Marchfeld-Kanal, Windkraftanlagen oder sonstiges – ziehen sich oft über viele Jahre hin. Wir müssen hier jetzt endlich handeln, solange es noch geht“, hofft Hofer.

Beratung. Intensiviert soll die Beratungstätigkeit auf der Bezirksbauernkammer im Bereich des Steuer- und Sozialrechts. Schon jetzt werden jährlich 500 bis 600 Beratungen in diesem Bereich in der BBK Mold durchgeführt, Tendenz stark steigend. Das Personal bringe auch die notwendige fachliche Qualität dafür mit: „Bezüglich Kompetenz in der Zusammenschau von Steuer- und Sozialrecht sind unsere Mitarbeiter top. Das ist auch besonders wichtig, weil es für Landwirte oft um langfristige Entscheidungen geht, die einen hohen Investitionsbedarf haben“, sagte Hofer.

Was der Bauernbund in der vergangenen Periode umgesetzt hat? Dank der guten Vernetzung habe man einige wichtige Punkte auf Schiene bringen können, sagt Hofer. Als Beispiele nannte er die Aufstockung des Forstpersonals um zwei Personen in der „Käfer-Krise“, die dank der Zusammenarbeit mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Pernkopf realisiert wurde, die befristete Öffnung kleinerer Bahnhöfe für Holz-Verladearbeiten und die befristete Erhöhung der Tonnage-Beschränkung für Holz-Transporte, die gemeinsam mit Landesrat Ludwig Schleritzko umgesetzt wurde. Auch hinsichtlich Wiederaufforstung der Waldflächen sei ein gutes Paket geschnürt worden, in dem sich viele aus Horn stammende Forderungen wiederfinden. Gemeinsam mit Landtagsabgeordnetem Jürgen Maier und dem Gemeindevertreterverband habe es hinsichtlich Routen-Genehmigungen für große landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte eine Verbesserung der Situation gegeben.

Die Bedeutung der Landwirtschaftskammer-Wahl. Laut Hofer ist die Landwirtschaftskammerwahl die einzige Wahl einer Interessensvertretung, die hinsichtlich Aufwand mit einer Gemeinderatswahl zu vergleichen ist. Im Bezirk Horn sind rund 6.000 Personen wahlberechtigt, „rund 4.500 bis 5.000 davon werden auch wieder von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen“, ist Hofer auf die rund 70-prozentige Wahlbeteiligung bei den vergangenen Urnengängen stolz. Damit ist der Bezirk Horn landesweit führend, für Hofer „ein Zeichen, dass die Leute mit unserer Arbeit auch sehr zufrieden sind“. Mit einem ähnlich starken Votum könne man die Vertreter des Bezirks Horn gestärkt in ihre Aufgabe schicken.