Generalversammlung: Nur 2,74 % Teuerung

Erstellt am 23. September 2022 | 04:27
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Franz Reiss (Vierter von rechts), der Obmann der Fernwärmegenossenschaft Langau, mit den Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern Philipp Schmutz, Martin Bayer, Rainer Reiß-Wurst, Christopher Köppl, Andreas Schmutz, Roman Silberbauer, Karl Kühlmayer, Franz Riedl, Günter Kaufmann, Gerhard Mold sowie Referent Gernot Stöglehner und Bürgermeister Franz Linsbauer (von links) bei der Generalversammlung in der Freizeithalle Langau.
Foto: Rupert Kornell
Nach zehn Jahren Preisstabilität gab es bei der Fernwärme Langau nur geringe Steigerung. Bilanz weist 52.000 Euro Gewinn aus.

„Während Gas im Jahresvergleich um 323 und Strom um 250 Prozent teurer geworden sind, beträgt unsere Erhöhung 2,74 %“, teilte Franz Reiss, Obmann der Fernwärmegenossenschaft Langau, den Mitgliedern bei der Generalversammlung in der Freizeithalle mit Freude und Stolz mit.

„Die Genossenschaft ist ein Paradebeispiel für gelebte Gemeinschaft und für regionale Verwertung der Rohstoffe“, sparte Bürgermeister Franz Linsbauer nicht mit Lob für Reiss und sein Team für deren verantwortungsvolle Tätigkeit. „Das ist ein sehr tauglicher Versuch, krisenfest zu werden.“

Wie der Obmann weiter ausführte, sei man in den „Käferbaum-Jahren“ immer zu hundert Prozent mit eigenen Rohstoffen versorgt gewesen und habe rund 63.000 Euro aufgewendet, 2021 habe man zwölf Prozent dieser Summe für Zukäufe aus der Region aufwenden müssen. „In den 22 Jahren des Bestehens haben wir insgesamt 17.200 Tonnen CO₂ eingespart“, wies er auf wichtigen Umweltfaktor hin. Und nannte einen weiteren wirtschaftlichen Faktor: „Seit zehn Jahren gab es keine Preiserhöhung, wir haben die Kaufkraft bei unseren Kunden gelassen.“

Genossenschaft steigerte sich auf 147 Mitglieder

Die Genossenschaft, die 2002 mit 82 Abnehmern gestartet war, kann jetzt auf 147 Mitglieder zurückblicken. Das Netz wird nach Bedarf erweitert, an Investitionen stehen ein Notstromaggregat im Fernheizwerk an („Wir wollen gerüstet sein, dass wir auch bei Stromausfällen liefern können.“) und eine Photovoltaikanlage am Gebäude.

Positive Zahlen kamen auch von Günter Kaufmann, der die Bilanz vortrug: Die Bilanzsumme beträgt 1,4 Millionen Euro, davon ist rund ein Drittel Eigenkapital. Im Anlagevermögen mit einer runden Million Euro sind das Leitungsnetz, der Heizkessel und Grundstücke aufgelistet. Der Jahresgewinn 2021 betrug 52.000 Euro. Der Raiffeisen-Revisionsverband attestierte der Genossenschaft eine wirtschaftlich zweckmäßige und rechtmäßige Gebarung, auf Antrag von Aufsichtsratsvorsitzendem Gerhard Mold wurde die Bilanz ebenso einstimmig genehmigt wie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Ein hoch interessantes Referat über „Klimaschutz und Energiewende – wir schaffen das“ hielt Boku-Universitätsprofessor Gernot Stöglehner (übrigens am 21. September in „doc1“ bei Hanno Settele zu Gast). Mit einer Flut von Zahlen spielte er verschiedene Szenarien durch und nannte als wichtigste Forderung den Ausbau von Windenergie, Photovoltaik- und biogenen Anlagen sowie die Nutzung der Umgebungswärme.

„Fernwärme ist wichtiger Teil der Energiewende!“

Der Neo-Langauer hatte auch eine spezielle Zahl aus Langau bereit: für Raumwärme würde hier die meiste Energie verbraucht (60 %), doppelt so viel als für den Verkehr. „Daraus ergibt sich klar, dass die Fernwärme wie hier in Langau ein wichtiger Teil der Energiewende ist. Aber jede Energiequelle zählt.“ Sein positiver Ausblick: „Wir sind mit unseren Ideen noch nicht am Ende. Es wird in 20 Jahren Energieträger geben, die wir heute noch gar nicht kennen.“