Neues Leben im Horner Ibesich-Haus. Stadtgemeinde verkauft das „Ibesich-Haus“ an die Wohnbaugesellschaft Kamptal, die das Gebäude komplett saniert.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:38)
Stadtrat Heinz Nagl (links) und Kamptal-Geschäftsführer Wolfgang Berger vor dem sogenannten „Ibesich-Haus“ an der Kreuzung Hamerlingstraße-Spitalgasse neben dem Vereinshaus (links im Bild), das um knapp 91.500 Euro den Besitzer wechselte.
Rupert Kornell

„Wir sind froh, einen Interessenten gefunden zu haben“, kommentierte Bürgermeister Jürgen Maier die Tatsache, dass das neben dem Vereinshaus gelegene „Ibisich-Haus“, seit einigen Jahren im Besitz der Stadtgemeinde, mit der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft Kamptal einen Käufer gefunden hat.

Somit ist also die „vernünftige Lösung“, die er im NÖN-Gespräch im Oktober anlässlich des Kaufs des Uniqa-Hauses gegenüber dem Rathaus versprochen hat, Realität geworden. Der Kauf spült knapp 91.500 Euro in die Kassa der Stadtgemeinde. Diese Summe entspricht exakt dem Gesamtaufwand der im Zuge des damaligen Erwerbs des Grundstückes durch die Stadtgemeinde Horn getätigten Auslagen wie Kaufpreis, Nebengebühren und Teilungsplan.

„Die Erhaltung dieses Gebäudes ist eine städtebaulich interessante Sache!“ Stadtrat Heinz Nagl

„Die Kamptal ist an die Gemeinde herangetreten“, so deren Geschäftsführer Wolfgang Berger, „um ein kleineres Projekt für die Ortskernbelebung zu realisieren. Im Zuge der Gespräche hat sich eben dieses Haus samt Grundstück im Ausmaß von 641 m² angeboten.“ Geplant ist eine Kombination von zwei Arzt-Ordinationen und drei Wohnungen, die Planung sei allerdings noch nicht ganz ausgereift. Ziel sei es, das Gebäude nicht abzureißen, sondern von Grund auf zu sanieren. Kostenschätzungen gebe es noch keine, weil man eben gerade in der Planungsphase sei. Der Baubeginn ist für 2021 vorgesehen, Fertigstellung ist je nach Möglichkeiten Ende des Jahres beziehungsweise Anfang 2022.

„Nachdem das Haus ja in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf verfallen war, waren wir froh über das Kaufinteresse der Kamptal“, sagte Finanz-Stadtrat Heinz Nagl. „Wir hoffen auf ein innerstädtisches Vorzeigeprojekt. Die Erhaltung des Hauses ist eine städtebaulich interessante Sache.“ Das sei im Hinblick auf die Geschichte der Stadt wichtig, denn das um etwa 1900 entstandene Haus sei eines der „Original-Gebäude“ der Hamerlingstraße, weshalb die Sanierung des Objekts „eine tolle Sache“ sei.

Haus wird eine gute Bausubstanz attestiert

Dass das Haus eine gute Substanz aufweise (Nagl: „Und einen tollen gewölbten Keller!“) hätte schon eine Begehung vor einiger Zeit durch die beiden Stadträte Architekt Reinhard Litschauer und dem in der Baubranche tätigen Manfred Daniel ergeben, die sich durchaus für den Erhalt des Objekts ausgesprochen haben.

Die Gemeinde habe sich, so Nagl, insofern leichten Herzens von ihrem Besitz getrennt, weil die Wohnbaugesellschaft Kamptal zugesagt habe, dass das Haus nicht weggerissen werde. „Wir sind ganz zuversichtlich, dass das Gebäude einer guten neuen Nutzung zugeführt wird.“

Ein Punkt, der in gewisser Weise mit dem Haus(ver)kauf in Verbindung stehe, sei die Parkplatzsituation, denn für die Ordinationen und die Wohnungen seien ja Parkplätze notwendig. „Ein Verkehrskonzept ist bereits beauftragt“, versicherte Nagl, „im Zuge dieses Konzepts wird auch die Situation dort – mit Einbeziehung des Parkplatzes auf der dem Vereins- und Ibesich-Haus gegenüberliegenden Seite – gelöst werden.“