Neue Photovoltaik-Anlage: Strom für 800 Haushalte. Mit 1,7 Megawatt-Anlage in Klein-Meiseldorf soll Strom für 800 Haushalte in Region Manhartsberg produziert werden.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 24. Juni 2020 (06:02)
Vorfreude auf die neue 1,7 Megawatt starke PV-Anlage am Areal des ehemaligen Steinbruchs in Klein-Meiseldorf herrscht bei Johannes Rindbauer (PVT Austria), Bürgermeister Niko Reisel und Michael Pierer (10hoch4).Weikertschläger
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Vor dem nächsten Schritt in ihren Bemühungen zum Thema „Energie“ steht die Gemeinde Meiseldorf: Am Areal des ehemaligen Steinbruchs in Klein-Meiseldorf wird noch heuer eine Photovoltaikanlage mit einer Engpassleistung von 1,7 Megawatt entstehen. Die Details dazu verrieten Bürgermeister Niko Reisel (ÖVP) und die Projektpartner Michael Pierer (10hoch4) und Johannes Rindbauer, Geschäftsführer der PVT-Austria, bei einem inoffiziellen Spatenstich am vergangenen Donnerstag.

Mit der neuen Anlage soll künftig 2.500 MWh Energie erzeugt werden und somit etwa 800 Haushalte versorgt werden. Die ersten Planungsschritte für diese PV-Anlage, die eine der größten nördlich der Donau werden wird, wurden bereits vor mehr als drei Jahren gesetzt. Damals hatte sich Reisel das Ziel gesetzt, seine Gemeinde mit CO 2 -neutraler Energie zu versorgen.

Die Auswahl des strategischen Partners fiel auf die damals neustrukturierte PVTechnologies GmbH (PVT-Austria), die als Pionier der inländischen Photovoltaik-Industrie gilt und von der Projektentwicklung über die Planung und PV-Modulproduktion sowie den Bau und Wartung von Solarkraftwerken alles unter einem Dach vereint.

Altes Steinbruch-Areal als „idealer Standort“

Als Standort für die Anlage wurde rasch das Areal am ehemaligen Steinbruch gefunden. Die etwas mehr als einen Hektar große Fläche sei aufgrund der Bodenbeschaffenheit weder als Bauland noch für die Produktion von Nahrungsmitteln geeignet, wodurch eine Sonderwidmung als „PV-Freifläche“ möglich war. „Es wäre schade um die Fläche gewesen, wenn wir darauf lediglich marginale Einnahmen als Holzlagerplatz bekommen hätten“, erzählt Reisel.

Die optimale Ausrichtung nach Süden und die Hanglage machen das Areal zum idealen PV-Standort. Zu klären gab es dann Fragen, wie viele PV-Module man auf dem Areal unterbringt oder wie die Einleitung des Stromes ins Netz erfolgen könne. Dann gelang es, die zunächst skeptische EVN ins Boot zu holen. Als „Begleitmaßnahmen“ wurden die Erneuerung der Stromanbindung der Gemeinde und das Ersetzen des „Uralt-Trafos“ durchgeführt. Mittlerweile liegen alle Genehmigungen für das Projekt auf dem Tisch. Die Anlagenerrichtung erfolgt in Kooperation mit 10hoch4. Die Investition beläuft sich auf mehr als 2 Millionen Euro.

Das Thema erneuerbare Energie ist in der Gemeinde Meiseldorf gut verankert. „Wir machen uns seit fast zehn Jahren Gedanken, um uns ständig weiter zu entwickeln“, erzählt Reisel. Der Beginn sei die LED-Ortsbeleuchtung gewesen, dann wurden PV-Aufdachanlagen mit Bürgerbeteiligung (Sportplatz, Kulturstadl in Stockern oder jüngst am neuen Dorfzentrum in Klein-Meiseldorf) errichtet oder das Projekt „Elektrobus für den Kindergartentransport“ umgesetzt. Nun sei es gut, dass sich die Idee zur Nutzung dieser Fläche mit einer PV-Analge mit zukunftsorientierten Partnern realisieren lasse. Mit dem hier produzierten Strom soll übrigens nicht nur die 900-Einwohner-Gemeinde Meiseldorf versorgt werden, sondern auch die gesamte Region Manhartsberg profitieren, sagt Reisel. „Mittelfristig wird unsere Region vom Energieimporteur zum Energieexporteur.“