Nicht nur in einer Nacht wird Geschichte vermittelt. Eggenburg, Gars und Horn beteiligten sich an der "Langen Nacht der Museen", leisten darüber hinaus Vielfaches, wie Umbaupläne und eine Monografie zeigen.

Von Karin Widhalm, Gerhard Baumrucker und Eduard Reininger. Erstellt am 06. Oktober 2019 (13:05)

Die Erfolgsgeschichte der „Langen Nacht der Museen“ ging auch bei der 20. Jubiläumsauflage weiter, auch in Eggenburg, Gars und Horn. Bürgermeister Jürgen Maier eröffnete in der Bezirksstadt die zweite Sonderausstellung des Jahres im Museum: „Karl Scholz“.

Der Horner Maler feiert heuer seinen 140. Geburtstag - und das Museum freute sich über 550 Besucher. „Wenn man sieht, wie viele kleine und private Initiativen bei der Langen Nacht dabei sind, dann bin ich froh, dass sich so viele Menschen dafür engagieren“, liegt Maier vor allem die Jüngsten am Herzen. „Ich denke, dass es wesentlich ist, dass man Kinder heranführt an unsere Geschichte, an das, was hier einmal war, damit man auch sieht, was darauf geworden ist.“ Die Aktion kommt so gut an, dass man sich im Inneren des Museums manchmal durchdrängeln musste.

Umbau des Museums noch heuer

Karina Witzer und Uschi Bösl unterhielten mit Basteleien die kleinen Besucher. Edith Nagl ließ sich beim Spinnen und Weben über die Schulter blicken. Im Außenbereich stand das Dampf- und Benzinlokomobil in Bewegung. „Noch dieses Jahr wird mit dem Umbau des Horner Museum zum Kompetenzzentrum der Landwirtschaftlichen Maschinen und bäuerlicher Hausrat begonnen“, informiert Museumsleiter Anton Mück.

Wetterfeste Gäste wurden mit dem Oldtimer Traktor von Ludwig Schleritzko zum Depot in die „Sauhalle“ kutschiert. Wie schon in den letzten Jahren zählte das Druckereimuseum zu den Highlights der Langen Nacht. „Aber wir tragen dem großen Kulturinteresse des Publikums natürlich auch an den anderen Tagen des Jahres Rechnung“, betonte Mück.

Das Zeitbrückemuseum in Gars präsentierte indes das lang erwartete Buch über Franz von Suppè, berühmter Komponist und Ehrenbürger der Marktgemeinde. Autor Andreas Weigel referierte über die Monografie, ihm zur Seite standen Ingrid Scherney, Christine Steininger, Wladimir Haklik und Anton Ehrenberger.

Bisherige Biografien: "Frei erfunden"

Sie recherchierten akribisch. „Franz von Suppè (1819 - 1895). Mensch. Mythos. Musiker. Ehrenbürger von Gars“ bietet erstmals anhand amtlich verbriefter Fakten die korrigierte Lebensgeschichte, denen zufolge – so Weigel - die bisherigen Biografien weitgehend "frei erfunden" waren. Der Band ist 424 Seiten stark und mit 200 Farbfotos reich bebildert.

In Eggenburg erwachten die Nostalgiewelt und das Krahuletzmuseum zur nächtlichen Stunde. Welche Gefährte früher auf der Straßen waren, wie Filme vor „High Definition“ und dreidimensionalen Lichtspielen über die Leinwand flimmerten, sah man (auch) in der Nostalgiewelt. Die Jugend versuchte sich bei den Flipperautomaten, während das Café stets gefüllt war. Die Telefone – und zwar Großvaters Versionen – klingelten in der Ausstellung: Alois Rohbeck, der lange bei der Telekom arbeitete, erklärte die Technik und wie sie sich verändert hat.

Museen profitieren von der Nacht

Das Krahuletzmuseum beteiligt sich seit 2003 an der Aktion und Direktor Johannes M. Tuzar berichtet, dass an diesem Tag mehr Besucher als sonst die Türschwelle übertreten – heuer auch, weil der ORF im Vorfeld das Krahuletzmuseum zeigte. Der eingerichtete Shuttlebus verband sogar mit den Museen in Horn, Grafenberg, Zogelsdorf und Gars.

Nicht nur Erwachsenen, sondern auch viele Kinder waren anzutreffen – und jeder von ihnen erhielt einen kleinen, wenn auch besonderen Stein als Erinnerung. Mineralien und Gesteine sind einer der vielen Schwerpunkte des Museums, das heuer sein 130-jähriges Bestandsjubiläum feiert.