Museen im Bezirk Horn punkteten mit Vielfältigkeit

Erstellt am 03. Oktober 2022 | 08:45
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Zum 22. Mal organisiert, war die „Lange Nacht der Museen“ wieder ein großartiger Erfolg. Unter den 117 Museen, die es in NÖ zu besuchen gab, zählten auch jene im Bezirk Horn zu den Highlights.

Erfreulich viel die Bilanz im Museum Horn aus. Das großartige Rahmenprogramm forderte das Engagement der ehrenamtlichen Helfer. Mit Pomp, Krach, Qualm und Rauch wurde der von Erwin Nader fahrtüchtig restaurierte Claas-Mähdrescher Baujahr 1960 – ausgestattet mit einem 29 PS VW-Käfermotor – auf seinen überdachten Ausstellungsplatz im Innenhof des Museums gefahren.

Uschi Bösl und Karina Witzer bastelten mit den jüngsten Besuchern in der Kulturparkhalle. „Das volle Haus motiviert uns jedenfalls für die nächsten Jahre, man sieht, wie hungrig die Menschen nach Kultur sind.“ Auffallend war, dass viele Besucher aus anderen Bezirken anreisten.

„Die wollten bei dieser Gelegenheit gezielt das Museum Horn besuchen“, berichtete Museumsleiter Anton Mück. Bis spät in die Abendstunden fanden Traktorrundfahrten statt. Wolfgang Andraschek begeisterte mit seinen Führungen durch das Bilddepot und Taschenlampenführung für das junge Publikum.

Die „Urgeschichte“ beleuchtete Amand Körner, Farben.Färben,Staunen und Arbeitsbereiche der Frauen standen im Mittelpunkt der Führung durch Heide Manoutschehri. Mit Kaffee und Kuchen wurden die Gäste von den ehrenamtlichen Kulturvermittlerinnen Renate Luser und Christa Haller veröhnt. Wie immer ließen Matthias Hutecek und Reinhard Hörmansdorfer im Garten des Museums Dampf- und Benzinlokomobil pfauchen und dampfen.

Schellacks erklangen im Krahuletz-Museum

Über regen Besucheransturm konnten sich auch Gerhard Dafert, Obmann der Krahuletzgesellschaft, Kultur-Stadträtin Birgit Rupp und Museumsdirektor Johannes Tuzar im Krahuletz-Museum freuen. Mit der Führung durch das Depot, der ehemaligen Möbelfabrik am Kremser Berg, startete das umfangreiche Programm. Als Publikumshit erwies sich die umfangreiche geologische, paläontologische und archäologische Sammlung, die einen breit gefächerten Zugang zur Natur- und Kulturgeschichte im nordwestlichen NÖ widerspiegelt.

Auch die Sonderausstellung „Von Hausbergen und Grabzeichen. Der Maler, Sammler und Archäologe Ignaz Spöttl“ stieß auf reges Interesse. Ein Treffpunkt im Krahuletz Museum war das Untergeschoss, wo Franz Pieler auf seinem Grammophon, Baujahr 1920, Schellacks abspielte und damit den Gästen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Auf die Nachschwärmer warteten auch Cocktails und Snacks. Bei einem Rundgang durch das Haus konnten die Gäste die Entstehung und Entwicklung der Landschaft der Region miterleben. Dazwischen fanden sich Ausstellungsräume für jeden Geschmack. Sei es Kunst, Architektur, Natur, Geschichte oder Kurioses.

In Eggenburg zeigte auch die Gilli-Mühle Vergangenheit und Gegenwart des Ölpressens. Nicole Gilli führte an zwei Besichtigungsterminen insgesamt über 100 Besucher mit viel Humor und spannenden Anekdoten durch die 460 Jahre alte Mühle. Sie demonstrierte anschaulich, wie die alten Maschinen funktionierten und wie lange man an einer mittelalterlichen Ölpresse schuften musste, um ein Stamperl des goldenen Saftes zu gewinnen: satte zwei Stunden.

Beim Erkennen der Pflanzen für die Ölpressung war das Publikum auf Zack, es wurde kein Telefonjoker gebraucht, die Gäste erkannten Hanf, Leindotter, Färberdistel & Co. sofort. Der schönste Teil: die liebevoll präsentierte Degustation der vielen verschiedenen Öle, gespickt mit vielen Tipps von Gilli über die richtige Aufbewahrung und Verwendungsmöglichkeiten.