„Quetschn“ als Hit beim Vorspielnachmittag. Eine 21-köpfige Gruppe beweist: Das Image von Akkordeon und Harmonika ist steigenden.

Von Robert Schmutz. Erstellt am 22. Oktober 2019 (12:17)
Robert Schmutz
Schätzen das Akkordeon sehr (v. l.): Martin Müllner, Leopold Völker, Max Hofmann, Renate Zimmerl, Claudia Steiner, Hans und Valentin Kraftl, Sonja Schmid, Monika Rathbauer, Mathilde Perzi, Alfred Endl, Josefine Brand, Theresa Jenny, Silvia Polt, Christa Wanko, Karin Hölzl, Margarete Geist und Sabine Zellhofer.

Es gab Zeiten, da waren Harmonika und Akkordeon als „Quetschn“ eher verpönt. Eine Gruppe um Claudia Steiner aus Gastern zeigte bei einem Vorspielnachmittag im Musikerheim in Irnfritz vor kleinem Verwandtenkreis, dass deren Image steigend ist.

2017 begann die gelernte Kindergartenpädagogin und Reiseführerin mit dem Unterricht an der Steirischen Harmonika. Dieses Instrument – nicht zur Begleitung gedacht – hat Knöpfe, ist in Terzen aufgebaut und diatonisch. Das heißt, das Drücken eines Knopfes bringt bei Zug des Blasbalges einen anderen Ton als beim Drücken desselben hervor.

Notenkenntnis ist keine notwendig, da die Melodie in einer Griffschrift zu Papier gebracht wird. Unter den derzeit 21 Schülern von Claudia Steiner sind die beiden Jüngsten, Valentin Kraftl (5) und Theresa Jenny (7), dabei. Die Altersbandbreite zieht sich bis 82 Jahre und es ist faszinierend, mit welcher Freude die Spieler ans Werk gehen.

Von der Polka bis zu „Amazing Grace“

Die Erwachsenen ergreifen nach dem stressigen Berufsleben regelmäßig den Weg zum Profi zur Harmonika. Ob Spieler, denen quasi noch die Eischale des Musikerschlupfes anhaftet, oder Erfahrene: Das Publikum war begeistert.

Zu hören war die „Ennstaler Polka“, „Böhmerlandpolka“, der „Gamsbergboarische“, „Weinfassmarsch“ mit viel Schwung, „Oana für d’Muatta“ oder „Amazing Grace“ sehr gefühlsbetont oder „Segne, du Maria“ aus dem Kirchenliedbereich in kleinen oder größeren Gruppen und als Solisten. Harmonisch war die zeitweilige Begleitung durch Martin Müllner, Bass.

Steiner: „Dieser Vorspielnachmittag ist in Irnfritz etwas ganz Besonderes, da wir eigentlich aus dem Bezirk Waidhofen kommen. Danke für die Einladung von Hans Kraftl, seiner Gattin Monika, seinem Sohn Thomas, dem Obmann der Musikkapelle und Harry Johandl, dem Kapellmeister derselben.“