Fahrlässige Tötung: Diversion und 700 Euro. Wegen der fahrlässigen Tötung an ihrem Ehemann musste sich eine 60-jährige Frau aus dem Bezirk Korneuburg am Bezirksgericht Horn verantworten. Im September des Vorjahres war die Frau bei einer Motorradtour in Stoitzendorf auf das Bike ihres Mannes aufgefahren.

Von Red. Horn. Erstellt am 29. Mai 2020 (14:48)
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Trotz Transports mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus hatte es für den Mann damals keine Hilfe mehr gegeben.

„Habe sein Fahrverhalten auswendig gekannt“

Unter Tränen gab die Frau an, dass sie sich an den genauen Unfallhergang nicht mehr erinnern könne. Ihr Mann sei rechts versetzt vor ihr gefahren, sie dahinter.

Sie und ihr Mann seien routinierte Motorradfahrer gewesen. „Ich habe sein Fahrverhalten auswendig gekannt. Mir ist es etwas komisch vorgekommen, warum er im Ortsgebiet plötzlich langsamer wurde“, erzählte sie. Sie wisse nicht, ob ihr Mann „zu mir rüber gekommen ist“, könne sie sich nicht mehr genau erinnern, warum es zum Zusammenstoß kam. Der sei aber sehr leicht gewesen, weder das Motorrad ihres Mannes noch ihres weisen schwere Beschädigungen auf, sagte sie.

Ihr Mann sei schwer krank gewesen, habe viele Medikamente gebraucht. Ob das eine Rolle gespielt habe, wisse sie nicht. Sie habe noch nach vorne gerufen „Was ist los?“, habe dann ebenfalls das Tempo verringert. Trotzdem kam es zu einer leichten Berührung mit dem Motorrad ihres Mannes. Dann sei sie gestürzt und habe zunächst gedacht, dass ihr Mann weitergefahren sei, um umzudrehen.

Bezirksrichter Thomas Brandstetter bot der Frau eine Diversion an, sie muss 700 Euro bezahlen. Freisprechen könne er sie nicht, da sie das langsamer Werden ihres Mannes bemerkt habe und daher selbst mehr vom Gas gehen oder bremsen hätte können müssen, um die Kollision zu vermeiden. Die Frau nahm das Angebot der Diversion an.