Ärztemangel als Sorgenkind bei Bezirkskonferenz. Alle Kassenarztstellen sind momentan im Bezirk Horn besetzt. Landeshauptfrau Mikl-Leitner will, dass das so bleibt.

Von Karin Widhalm. Update am 10. Oktober 2019 (11:37)

Arbeitsplätze, Mobilität, ärztliche Versorgung und mehr: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner traf gestern (10. Oktober) bei der ÖVP-Bezirksarbeitskonferenz mit Vertretern aus der Gemeinde zusammen, um über diese Themen zu sprechen. Sie wolle Anliegen sondieren, aber auch Bilanz ziehen, erläuterte sie im Pressegespräch im Lokal „W4“.

Sorge bereitet ihr die Nachbesetzung der Ärzte. „Wir wollen hier unterstützend sein“, erklärte Mikl-Leitner. 25 niedergelassene Allgemeinmediziner hat derzeit der Bezirk Horn. Die Nachbesetzung werde aber immer schwieriger. Die Initiative Landarzt stellt Ärzte aus Kliniken bereit, wenn die Krankenkassen nach einem Jahr keinen Nachfolger für die Stelle gefunden hat. Es brauche aber mehr dazu.

"Werde die Bundesregierung daran messen"

Die Landeshauptfrau fordert zudem die Verdoppelung der Studienplätze, Landarzt-Stipendien mit Länderkontigenten und die Schaffung eines Facharztes für Allgemeinmedizin. „Ich werde die Bundesregierung auch dran messen“, betont Mikl-Leitner, die zudem die hohe Patientenzufriedenheit im Landesklinikum Horn hervorhob (die NÖN berichtete).

Sie betonte außerdem die steigende Zahl der unselbstständig Beschäftigten und die sinkende Arbeitslosenquote im Bezirk. Man müsse weiterhin auf die Lehrlingsoffensive setzen. „Das ist gelebte Ausbildungsqualität.“ Man wolle zudem weiterhin die schnellsten Wege von A nach B schaffen, auch weil mehr Pendler zu verzeichnen sind.

Federführend sei man in der Familienpolitik: 860.000 Euro habe man an Förderungen für die Kinderbetreuung in den Gemeinden des Bezirks bereitgestellt, zudem 1,1 Millionen Euro aus dem Schul- und Kindergartenfonds (von 2015 bis 2018).

Wohnbau: Fokus auf jung und Land

Das Land NÖ hat seine Wohnbaustrategie mit neuem Gesetz und neuer Förderung nachjustiert: Jungfamilien unterstützen, Vorrang für „blau-gelb“ (also für Niederösterreicher) und Bonus für den ländlichen Raum nannte Mikl-Leitner als Schlagworte. Ziel sei es, dass Menschen nicht abwandern.

12.000 Euro je Häuslbauer sollen fließen, wenn sie den Neubau im Ortskern umsetzen; zudem ist ein Bonus für Sanierungen in zentraler Lage vorgesehen. Der „gewerbliche Bauherr“, der aus einer alten Schule oder einem ehemaligen Industriegebäude ein Wohnhaus schafft, soll ebenso gefördert werden.

Erneuerbare Energie: 9,5 Millionen Euro an Wertschöpfung

Stichwort Klimaschutz: Dieser werde in den Gemeinden an 365 Tagen gelebt. Mikl-Leitner denkt dabei an Maßnahmen der erneuerbaren Energie: „9,5 Millionen Euro an Wertschöpfung wird allein im Bezirk produziert“, berichtet sie. Elf Gemeinde sind Teil des Klimabündnisses und sechs Energie-Vorbildgemeinden.

Die Zusammenarbeit mit Gemeinden würdigte die Landeshauptfrau zum Schluss, bevor sie in der Vinothek mit Bürgermeister, Vizebürgermeister und Gemeinderäte ein Glas Wein trank.

Zahlen aus dem Bezirk Horn

  • Zuzüge (sinkend): knapp über 1.200 (2015) und bei 800 (2018)
  • Wegzüge (stagnierend): knapp über 800 (2015), über 1.000 (2017) und bei 800 (2018)
  • Unselbstständig Beschäftigte (steigend): 11.993 (2015), 12.181 (2018)
  • Arbeitslosenquote (sinkend): 7 Prozent (2015), 5,1 Prozent (2018)
  • Fahrgastzuwächse (steigend): plus 12 Prozent (Franz-Josefs-Bahn) und plus 20 Prozent (Kamptalbahn) seit 2015
  • Patientenzufriedenheit im Landesklinikum Horn: 94,38 Prozent (2018)