Radetzky-Kaserne: Horner nicht „käuflich“. Neue Cafeteria in Betrieb. Martialische Töne als Botschaft an Verteidigungsminister und Generalstab.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 23. Dezember 2014 (11:09)
Noch nicht ganz fertig, aber in Betrieb: Gerhard Schatzko, Markus Taschner, Gerald Göttinger, Jakob Maurer und Werner Zehetmayer (v.l.) in der neuen Cafeteria der Kaserne Horn. Foto: MK
NOEN, Martin Kalchhauser
Die 160.000-Euro-Investition in den Umbau der Cafeteria (Soldatenheim) mit erweitertem Warenangebot hatte für Aufregung gesorgt. Immerhin fließt bzw. floss das Geld in der Radetzkykaserne Horn in einen Bundesheer-Standort, der gesperrt werden soll.

Weil der Bereich, der nun Mitarbeitern aller Dienstgrade freisteht, nach dem Investitionsstopp noch nicht ganz fertig ist, gab es im Rahmen einer Weihnachtsfeier anstelle einer Eröffnung nur eine Inbetriebnahme.

„Alle ziehen an einem Strang“

Die Zukunft der Horner Kaserne spielte natürlich die Hauptrolle in den Reden. So wie Natio nalratsabgeordneter Werner Groiß wohnte auch Horns Bürgermeister Jürgen Maier der Feier bei. Er schlug besonders martialische Töne an.

Im bereits dritten Kampf um die Kaserne, den er miterlebt habe, sei es anfangs 70:30 gegen Horn gestanden. „Aber mittlerweile steht es 70:30 für uns, weil alle an einem Strang ziehen“, versprühte der Stadtchef in Anwesenheit von AAB4-Kommandant Reinhard Lemp und Vertretern der Horner Banken demonstrativ Optimismus.

Maier-Attacke auf Generalstab

Vor allem Landeshauptmann Erwin Pröll und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner stünden zu Horn. Maier, der zwar am Ende seiner Rede den „Weihnachtsfrieden“ ausrief, attackierte neben Minister Gerald Klug auch den Generalstab (siehe unten) und unterstrich den Schulterschluss in Horn (mit SPÖ und FPÖ) sowie auf Landesebene (einstimmiger Beschluss im Landtag).

„Wir werden uns nicht auseinanderdividieren lassen“, meinte Maier. „Den Horner Standort werden wir nicht aufgeben – und wir werden ihn uns auch nicht ,abkaufen‘ lassen. Schenkt solchen Gerüchten keinen Glauben!“

Zum Thema:



Zitiert: Zorn über „Gfraster“ im Generalstab

„Der Kampf um die Kaserne ist euer Kampf. Wir können nur helfen, dass wir die eine oder andere Mine aus dem Weg räumen können.“
Nationalratsabgeordneter Werner Groiß

„Noch nie hat uns der Wind so eisern (gemeint war vermutlich eisig, Anm.) ins Gesicht geblasen!“
Horns Bürgermeister Jürgen Maier

„Ich bin optimistisch. Die Chancen stehen schon 70:30 für uns. Die, die uns zusperren wollen, fallen nämlich schon wie die Fliegen.“
derselbe

„Es gibt Gfraster im Generalstab, die lenken den Verteidigungsminister in die falsche Richtung. Er ist schlecht beraten.“
derselbe

„Der einzige Feind des Bundesheeres sitzt in seinen eigenen Reihen.“
derselbe

„Das ist heute nur eine Inbetriebnahme der neuen Cafeteria – auch, weil sie noch nicht ganz fertig ist. Die Eröffnung feiern wir dann mit einem offiziellen Fest, wenn der Kasernenstandort Horn gesichert ist.“
Kasernenkommandant Walter Schuster