„Run“ auf Konzertmeister-App von Röschitzer. In der Coronakrise setzen Musikvereine verstärkt auf das vom Röschitzer Stefan Stift entwickelte Organisations-Tool.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 28. November 2020 (04:20)
Haben schon 1.500 Vereine in Österreich, Deutschland und der Schweiz für die Konzertmeister-App begeistert: Christian Ludl, Martin Rauter und Stefan Stift (von links).
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Auf 1.500 Vereine und insgesamt 90.000 Musiker, die dieses Service nutzen, bringt es die Konzertmeister-App. Hinter dieser App stehen der Röschitzer Stefan Stift, der Ziersdorfer Christian Ludl und der Kärntner Martin Rauter.

Gerade in der Coronazeit hat sich das Interesse an diesem digitalen Service zur Auftritts- und Probenplanung für Blasmusikvereine und Chöre extrem erhöht: „Weil da viele Vereine in ihrer Tätigkeit eingeschränkt waren“, erzählt Stift.

„Rascher Überblick, ob man spielfähig ist oder nicht“

Aufgrund der Beschränkungen bei der Anzahl an Proben-Teilnehmer habe sich ein gutes Organisations-Tool für Terminkoordination für viele Vereine bezahlt gemacht.

Über ein einfaches Rückmeldesystem haben die Musiker oder Sänger die Möglichkeit, sich für Proben oder Ausrückungen anzumelden. Großer Vorteil für die Verantwortlichen der Vereine: „Man hat rasch und einfach – ohne großartig telefonieren oder herum schreiben zu müssen – einen Überblick, ob man spielfähig ist oder nicht.“

Außerdem können über die App gleich Sitzpläne für Proben erstellt werden und sie bietet die Möglichkeit, statistische Daten zu Proben- und Ausrückungsteilnahmen zu erfassen und abzufragen. Gerade in der „Zwischenzeit“ zwischen dem ersten Lockdown und der zweiten Welle hätten viele Vereine gemerkt, dass die App gute Möglichkeiten für die Vereinsorganisation biete.

App ist besonders in Deutschland gefragt

Initiiert hat diese App Stift schon 2016 wegen seiner eigenen Erfahrungen als Kapellmeister des Musikvereins Röschitz: „Ich wollte, dass es etwas gibt, dass es Vereinen vereinfacht, organisatorische Dinge zu handeln“, sagt Stift, der in seinem „Brotberuf“ als Software-Entwickler tätig ist.

Nach dem Release des Prototypen für Apple und Android, der bei den Vereinen schon guten Anklang gefunden hat, hat Stift dann seinen Kollegen Ludl, Kapellmeister der Trachtenkapelle Theras und ebenfalls Software-Entwickler, an Bord geholt. Nachdem dann noch der in Wien lebende Kärntner Rauter das Trio vervollständigte, wurde die App 2018 auf professionelle Beine gestellt und eine OG gegründet. Mittlerweile firmiert man als GmbH.

Der große finanzielle Gewinn ist die App trotz ihrer positiven Entwicklung für das Trio noch nicht. „Bis wir 2019 ein Abo-System eingeführt haben, haben wir eher in die Sache hineingezahlt“, blickt Stift zurück. Mittlerweile erfreut sich die App übrigens nicht nur in den Bezirken Horn und Hollabrunn und im Rest Österreichs bei vielen Vereinen großer Beliebtheit, sondern vor allem in Deutschland. „Dort arbeiten die Vereine noch einen Tick professioneller und strukturierter und sind eine Spur aufgeschlossener für digitale Lösungen“, sagt Stift.

Werbung war für den Erfolg der App laut Stift übrigens nicht notwendig, denn: „Das schöne an der Blasmusikszene ist die Vernetzung zwischen den Vereinen und den Musikern. Die Vereine holen sich unsere App, weil sie ihnen von anderen Vereinen empfohlen wird“, meint Stift.