Pilger-Ziel soll aufleben. MARIA DREIEICHEN | Hausabbruch könnte Startschuss für „Wiederbelebung“ des einst bedeutenden Wallfahrtsortes sein.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 25. Februar 2014 (23:59)
NOEN, Martin Kalchhauser
Mit dem Abbruch des alten Gasthauses gegenüber der Stiftskirche wurde ein dominierender Schandfleck beseitigt. In Maria Dreieichen bleibt aber trotzdem noch viel zu tun ...
Von Martin Kalchhauser

In den 50er-Jahren war Maria Dreieichen ein bedeutender Wallfahrtsort. Doch nicht nur an der Basilika, in der die allererste Glockenweihe nach dem 2. Weltkrieg stattfand und in der sich eine Orgel aus der Mozartzeit in fast originalem Zustand befindet, nagt der Zahn der Zeit.

Ausgerechnet ein Abbruch (eines Schandflecks mitten im Ort) könnte nun das Signal für einen Aufbruch sein. Das Ortsbild könnte schon bald deutlich freudlicher werden.

 

NOEN, Martin Kalchhauser
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Altes Gasthaus wurde abgerissen

Das alte Gasthaus gegenüber der Basilika, das den Söhnen des Dreieichner Gastwirts Eduard Stödtner gehörte, wurde in den vergangenen Tagen dem Erdboden gleichgemacht. „Wir wollen kein Gespräch führen“, wies der Seniorchef den Versuch, Auskunft über die Zukunft des Grundstücks (drei Bauparzellen) im Ortszentrum zu erhalten, zurück.

„Vorerst wird dort nicht gebaut – es bleibt eine freie Fläche“, kennt dafür Bürgermeister Wolfgang Schmöger die Pläne. „Wir wollen jetzt gemeinsam mit unrerem neuen Pfarrer und der Familie Hoyos, die im Besitz der meisten Standln ist, etwas zustande bringen.“ Zu diesem Zwecke werde auch die Dorferneuerung im kleinen Ort wieder aufleben. „Wir wollen das Dorf wieder ansehnlicher und attraktiver machen.“

„Der Zahn der Zeit nagt an vielem“

Mit diesem Wunsch läuft Schmöger bei Pfarrer P. Michael Hüttl offene Türen ein. Er ist seit Herbst hier als Seelsorger tätig und „mit dem derzeitigen Zustand absolut nicht zufrieden“. In der Wallfahrtskirche wurden in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit hier alle Fresken befundet, jetzt soll noch eine Untersuchung der elektrischen Installationen erfolgen. „Der Zahn der Zeit nagt an vielem“, weiß der Benediktiner, dass Handlungsbedarf besteht.

Doch die Neuerungen dürften sich nicht auf Renovierungen und die Dorfverschönerung beschränken. „Viele Menschen trauern der großen Vergangenheit Maria Dreieichens nach – aber es gilt, das Heute zu sehen und auf die Zukunft gerichtet zu agieren.“ Einiges von dem, was ihm in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und Hilfe des Landes vorschwebe, sei noch nicht spruchreif. „Maria Dreieichen soll ein Ort des Dialogs und der Begegnung werden.“