Rätsel um „Ölquelle“ am Prutzenbach-Ufer

Erstellt am 23. November 2011 | 00:00
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Web-Artikel 606
Foto: NOEN
BESORGNIS / Täglich sickern drei Liter Heizöl aus dem Erdreich. Umfangreiche Maßnahmen zur Suche nach dem Verursacher.

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Seit einigen Wochen sickert Heizöl aus der Böschung des Prutzenbachs beim Pfarrhofgarten-Steg in Weitersfeld. Bürgermeister Ing. Werner Neubert (l.) und Amtsleiter Ernst Mischling zeigen die Stelle, an der eine Ölsperre errichtet wurde und täglich rund drei Liter Öl abgepumpt werden müssen. FOTO: M. KALCHHAUSER
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VON MARTIN KALCHHAUSER

WEITERSFELD / Seit mehreren Wochen sickert Heizöl aus der Böschung des Prutzenbachs mitten im Weitersfelder Ortsgebiet. Fieberhaft wird nach der „Ölquelle“ gesucht – bislang vergebens.

„Bürger haben uns gemeldet, dass ab dem Steg beim alten Pfarrhofgarten ein Ölfilm auf dem Bach treibt“, erzählt Bürgermeister Ing. Werner Neubert. Erkundungsgrabungen folgten. Doch trotz intensiver Suche ist noch immer nicht klar, woher das Heizöl – immerhin rund drei Liter am Tag! – kommt. „Mittlerweile wurden Maßnahmen gesetzt, um das Öl zu erfassen.“ Konkret wird aus einem Rohr am Ufer täglich Öl abgepumpt. Eine Ölsperre bachabwärts verhindert, dass das Heizöl weiter den Bach verschmutzt.

„Wir müssen aber unbedingt wissen, woher das Öl kommt“, verweist Neubert auf eine weitere Beschau der Behörde, die diesen Montag stattgefunden hat. Bei mehr als 30 Objekten in der Umgebung der Stelle wurde bereits nachgeforscht.

„Es ist sehr mühsam, den Verursacher zu finden“, bedauert Gewässerfachmann Ing. Martin Kolm von der Bezirkshauptmannschaft Horn. „Neben einer versteckten Undichtheit an einer Heizung könnte es sich auch um eine späte Folge der Hochwässer der Jahre 2006 oder 2009 handeln.“ Konkret: Es könnte damals ein Öltank abgerissen worden sein. Das Öl könnte sich im Untergrund gesammelt haben. Eine besondere örtliche geologische Situation – ein Felsen und ein Querriegel aus lehmigem Material, bei dem das Grundwasser „ansteht“ – machten eine solche Konstellation möglich.

Jetzt müsse es weitere Sondierungen geben, die Ausbreitung des Öls verhindert werden. Die Lage sei derzeit aber „gesichert“, so Kolm. Über eine dauerhafte Sanierung mache man sich Gedanken. Es könnte ein sogenannter „Sanierungsbrunnen“ angelegt oder das Erdreich großräumig abgegraben werden.

Sollte ein Verursacher gefunden werden, muss der für die Kosten, die bislang von der Gemeinde getragen wurden und nun vom Ministerium übernommen werden, aufkommen.