Wirtschaft war Stütze in der Krise in Gars. Pandemie kostete der Gemeinde „nur“ rund 240.000 Euro. Keine Debatten, einstimmiger Beschluss.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 14. April 2021 (03:31)
Finanzreferentin Daniela Groll erklärte das umfangreiche Zahlenwerk von Rechnungsabschluss und Eröffnungsbilanz.
Archiv/Rupert Kornell

Von einem „knackigen“ Bericht, der das Wichtigste aus dem umfangreichen Zahlenwerk von Eröffnungsbilanz und Rechnungsabschluss 2020, umfasste, sprach Finanzreferentin Daniela Groll (ÖVP), die bei der letzten Gemeinderatssitzung – Corona-gerecht im großen Festsaal der Sportmittelschule – den Gemeinderäten die Kernpunkte zur Kenntnis brachte und dazu meinte: „Wir haben alles gemacht, wie es das Gesetz eben vorschreibt.“
Und das schreibt eben vor, dass ab nun nicht mehr so wie bisher die Kameralistik mit ordentlichem und außerordentlichem Haushalt zum Tragen kommt, sondern, wie in der Wirtschaft üblich, Aktiva und Passiva einander gegenübergestellt werden. Einen „Vorgeschmack“ lieferte die Horner NÖN dazu ja bereits ausführlich in der Woche 11/2021.

Schulden: 8,5 Millionen Euro. Bei der Eröffnungsbilanz – sie bildet die Grundlage für die Vermögensgebarung und Haushaltsführung der Gemeinde nach den Vorgaben der entsprechenden Verordnung – zum 1. Jänner 2020, in der es um die Vermögenserfassung geht, stehen den 41 Millionen Aktiva mit kurz- und langfristigem Vermögen, darunter Sachanlagen von über 40 Mio. Euro, Passiva in gleicher Höhe gegenüber. Das Nettovermögen der Eröffnungsbilanz beträgt 28,5 Mio., weshalb eine Rücklage ohne Zahlungsmittelreserve (Eröffnungsrücklage) von 14,3 Mio. Euro gebildet werden kann.

Für den Rechnungsabschluss maßgebliche Zahlen finden sich in den drei Säulen Ergebnis-, Finanzierungs- und Vermögenshaushalt, wobei der Finanzierungshaushalt am ehesten dem früheren Rechnungsabschluss entspricht. In diesem Rechnungsabschluss finden sich die Ausgaben aus dem Vorjahr, etwa für den Straßenbau 430.000 Euro, für Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung mit 264.000 bzw. 48.000 Euro, Energieoptimierung in der Volksschule mit 75.000 Euro, Güterwegeerhaltung mit 78.000 Euro oder Kamp-Revitalisierung mit rund 46.000 Euro.
Betrugen die Schulden zu Jahresbeginn noch knapp über neun Millionen Euro, lag der Buchwert zu Jahresende bei etwas unter 8,5 Millionen Euro.

Starke Wirtschaft half. Bürgermeister Martin Falk dankte Daniela Groll für den „knackigen Bericht“ und ihr sowie Kassenverwalter Simon Schneider für die Arbeit an dem Zahlenwerk und gestand: „Wir alle werden wohl noch Zeit brauchen, bis wir in dieses neue System der drei Säulen eingearbeitet sind.“

Die einzige Frage stellte SPÖ-Fraktionsführer Josef Wiesinger und griff eine Zahl heraus: „Ist es richtig, dass uns die Krise etwa 240.000 Euro gekostet hat?“ Falks Antwort: „Ich bin selbst überrascht, dass es ,nur‘ 240.000 Euro sind. Was uns geholfen hat: unsere starke Wirtschaft, die nicht eingebrochen ist.“

Rechnungsabschluss und Eröffnungsbilanz wurden ohne Debatte einstimmig beschlossen. Beide wurden, wie Helmut Gröschel (FPÖ) als Obmann des Prüfungsausschusses, in seinem Bericht vortrug, stichprobenartig und rechnerisch überprüft und für in Ordnung befunden.