Gemeinde Geras verringert Schulden. Schuldenstand sank im Vorjahr um 410.000 Euro. 2019 aber hohe Darlehensaufnahmen notwendig.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 14. April 2019 (07:18)
Kalchhauser
Bürgermeister Johann Glück freute sich über ein klares Plus im Rechnungsabschluss.

„Sehr gut“ – wie Bürgermeister Johann Glück (ÖVP) meinte – fiel der Rechnungsabschluss 2018 in der Stadtgemeinde Geras aus. Der Gemeinderat sah dies ebenso und segnete den Rechnungsabschluss bei der Gemeinderatssitzung am 3. April ohne Diskussion einstimmig ab.

Kassenverwalter Franz Silberbauer führte die Details des Rechnungsabschlusses aus. Im ordentlichen Haushalt stehen Einnahmen von 3,36 Mio. Euro Ausgaben in Höhe von 3,25 Mio. Euro gegenüber. Damit wurde ein Soll-Überschuss von rund 111.000 Euro erwirtschaftet. Zurückzuführen ist dieser Überschuss auf Mehreinnahmen bei der Kommunalsteuer, der Aufschließungsabgabe, den Kanalgebühren sowie den Wassergebühren.

Noch deutlicher fällt das Plus im außerordentlichen Haushalt aus. Dieser weist Einnahmen in Höhe von 986.000 Euro und Ausgaben in Höhe von 736.000 Euro auf. Damit ergibt sich ein Überschuss in Höhe von 250.000 Euro.

Positiv entwickelte sich auch der Gesamtschuldenstand der Stadtgemeinde. Dieser ging bei Tilgungen von knapp 590.000 Euro und neuen Darlehensaufnahmen von 180.000 Euro um rund 410.000 Euro von 9,47 Mio. Euro auf 9,06 Mio. Euro zurück.

2,1 Mio. Euro für Kanal, Wasser & Straße

In einem weiteren Tagesordnungspunkt bremste Glück dann aber die Euphorie über die positiven Ergebnisse und meinte: „Das, was wir 2018 abgebaut haben, werden wir 2019 neu aufnehmen müssen.“ Insgesamt wurden für den zweiten Bauabschnitt der Abwasserbeseitigungsablage Hötzelsdorf, die Sanierung des Mischwasserkanals und der Wasserversorgungsanlage in Geras und die Sanierung der Retzer Straße, Alleegasse und des Depotwegs 2,1 Mio. Euro an Darlehen bei der Raiffeisenbank Waldviertel Mitte aufgenommen. „Es ist ein Wahnsinn, welches Geld wir da vergraben. Aber das sind Investitionen, die passieren müssen“, begründete Glück die Notwendigkeit dieser Ausgaben.

Zusätzlich soll in der Alleegasse und in der Retzer Straße die Beleuchtung saniert bzw. ergänzt werden. So sollen teilweise bestehende Freileitungen in die Erde verlegt werden und in der Allegasse zwei neue LED-Lichtpunkte errichtet werden, in der Retzer Straße einer saniert und ein neuer errichtet werden. Insgesamt entstehen für diese Arbeiten, für die mit der EVN Lichtservice eine Zusatzvereinbarung beschlossen wurde, Kosten von 8.500 Euro.

Einstimmig beschlossen wurde auch die Übernahme der Kosten in Höhe von etwas mehr als 100.000 Euro für die Errichtung von Nebenanlagen an der Ortsdurchfahrt in Hötzelsdorf.

Neue Autos für Wehr und für Gemeinde

Angenommen wurden auch Förderverträge durch Bund und Land für die Sanierung der Wasserversorgungsanlage im Depotweg. Der Bund übernimmt über das Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus 25 Prozent der förderbaren Kosten in Höhe von 30.000 Euro, also 7.500 Euro. Das Land steuer über den Wasserwirtschaftsfonds 40 Prozent (12.000 Euro) bei.

Die Stadtgemeinde übernimmt auch 23.000 Euro für die Anschaffung eines Mannschaftstransportfahrzeuges für die Feuerwehr Geras. Das Auto wird bei der Firma Lehr in Horn um 53.000 Euro angekauft. Das Land NÖ steuert 7.000 Euro bei, den Rest von 23.000 Euro übernimmt die Geraser Wehr.

Aber auch die Stadtgemeinde selbst braucht ein neues Fahrzeug. Da das Kommunalfahrzeug Avant bereits in die Jahre gekommen ist (Glück: „Ihm hat der Winterdienst stark zugesetzt.“), hat sich die Gemeinde zu diesem Schritt entschieden – auch wenn man mit dem Fahrzeug noch ein Jahr durchgekommen wäre.

Im kommenden Jahr müsste man das schon um 10.000 Euro teurere Nachfolgemodell anschaffen, daher wolle man jetzt noch das derzeit am Markt befindliche Modell um 53.000 Euro von der Firma Strobl aus Waidhofen ankaufen.

Da diese Anschaffung vorsteuerabzugsberechtigt ist und man für das alte Fahrzeug noch 15.000 Euro bekommt, belaufen sich die tatsächlichen Kosten auf rund 35.000 Euro.