Geras:Gute Zahlen relativiert. Geras erwirtschaftete Überschüsse. Rechnungen für 2019 budgetierte Projekte kommen aber erst 2020.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 10. Juli 2020 (05:44)
Bürgermeister Johann Glück (ÖVP).
MK

So spät wie wohl noch in keinem Jahr – nämlich erst Anfang Juli – wurde heuer der Rechnungsabschluss für das Vorjahr in der Stadtgemeinde Geras beschlossen. Dies passierte bei der Sitzung des Gemeinderates am 2. Juli, die coronabedingt im Pfarrheim in Harth über die Bühne ging.

Präsentiert wurden die Zahlen des Rechnungsabschlusses 2019 von Kassenverwalter Franz Silberbauer. Beschlossen wurde er dann einstimmig. Im ordentlichen Haushalt standen Einnahmen von 3,57 Mio. Euro Ausgaben von 3,53 Mio. Euro gegenüber. Der Ist-Überschuss betrug knapp 36.000 Euro. Im außerordentlichen Haushalt betrugen die Einnahmen 2,94 Mio. Euro, die Ausgaben 2,48 Mio. Euro, der Überschuss betrug 453.000 Euro. Diesen Überschuss relativierte Bürgermeister Johann Glück (ÖVP) aber gegenüber der NÖN, da die Rechnungen für einige für 2019 budgetierte Projekte erst 2020 bezahlt werden.

Der Schuldenstand stieg im Vorjahr aber beträchtlich an – von 9,06 auf 10,78 Mio. Euro. Getilgt wurden 2019 knapp 590.000 Euro, die Zinsen betrugen 141.000 Euro, die Ersätze 300.000 Euro. Darlehen wurden in der Höhe von 2,3 Mio. aufgenommen, etwa für den Breitbandausbau, Straßenbau und die Kanal- und Wasserversorgung in Hötzelsdorf und Geras.

Straßenbau

Vergeben wurden auch die Straßenbauarbeiten im Depotweg und in der Alleegasse. Im Depotweg, wo bereits im Herbst Kanal- und Wasser verlegt wurden, wird noch der fehlende Heißmischgutbelag aufgebracht, wie Gemeinderat Karl Gutmann (ÖVP) berichtete. In der Alleegasse, wo die Arbeiten demnächst starten werden, muss der schadhafte Belag entfernt werden, die Kanaldeckel gehoben werden und dann neu asphaltiert werden. Der Auftrag über 93.000 Euro ging einstimmig an die Zwettler Firma Swietelsky als Bestbieter.

Nachmittagsbetreuung

Beschlossen wurde außerdem ein neues, flexibleres Konzept für die Nachmittagsbetreuung. Bei der Erarbeitung des Konzepts habe man sich eng mit Eltern und Lehrern abgestimmt, um alle Wünsche erfüllen zu können. Damit konnte die Zahl der angemeldeten Kinder schon von 9 auf 20 angehoben werden, berichtete Vizebürgermeisterin Karin Gutmann (ÖVP).

Die Preise für die Betreuung sind je nach Intensität der Nutzung von 40 Euro pro Monat (für einen Tag pro Woche) bis 100 Euro (für fünf Tage pro Woche) gestaffelt. Für Eltern, deren Kinder keine regelmäßige, sondern nur sporadische Betreuung brauchen, gibt es weitere alternative Angebote. Das neue Konzept soll ab dem Herbst für ein Jahr durchgeführt und im Februar evaluiert – und dann notfalls nachjustiert – werden, sagte Gutmann.

Auch dieser Beschluss erfolgte einstimmig. Bürgermeister Glück betonte, dass die Zusammenarbeit mit der SPÖ-Fraktion unter David Daim im neuen Gemeinderat bestens funktioniere: „Wir besprechen die Themen im Vorfeld, tauschen uns aus. Dann laufen auch die Sitzungen ohne Probleme ab.“