Intendantin Nina Blum: „Theater ist keine Routine“. Intendantin Nina Blum über neue Herausforderungen, plötzliche Erkrankungen und die Psychologie.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 13. Juli 2019 (04:34)
Martin Hesz
Nina Blum ist Intendantin der Sommernachtskomödie Rosenburg, wo noch bis 2. August „Amadeus“ zu sehen ist.

Die ersten Vorstellungen auf der Rosenburg sind – nicht ganz ohne Aufregung – über die Bühne gegangen. Die Horner NÖN bat daher Intendantin Nina Blum zu einem Gespräch.

NÖN: Nachdem heuer das fünfte Jahr Sommernachtskomödie Rosenburg unter Ihrer Intendanz ist, dürfte es nicht ganz so neu für Sie sein.

Nina Blum: Es ist jedes Jahr neu, weil es jedes Jahr ein neues Stück, ein neues Ensemble ist. Jedes Stück hat andere Herausforderungen. Heuer war es die, dass wir zusätzlich zu den Endproben noch die neue Tribüne bauen. Einiges kennt man natürlich schon, aber deswegen ist es noch lange nicht Routine. Da wäre ich beim Theater völlig fehl am Platz. Theater ist das exakte Gegenteil von Routine.

NÖN: Also ist jeder Abend eine neue Herausforderung?

Blum: Jeder Abend. Du hast immer neues Publikum, hast immer das Thema, ob alle Schauspieler gesund und rechtzeitig da sind, natürlich ob das Wetter passt, obwohl wir unter Dach spielen. Theater ist immer frisch, weil immer irgendetwas anderes passieren kann und passiert. Das ist das Tolle am Theater im Gegensatz zum Film, weil jeder Abend sozusagen jungfräulich ist. Und natürlich auch jede neue Produktion.

NÖN: Diese Produktion war ja etwas Besonderes, denn kurz vor der Premiere galt es ja, wie auch die NÖN berichtete, einen „Salieri“ zu finden.

Blum: Das war schon ein Schock, als Wilfried Hochholdinger plötzlich erkrankt ist und Regisseur Marcus Ganser einspringen musste. Aber er hat es fabelhaft gemacht, war von Tag zu Tag besser. Und das Publikum hat das auch honoriert. Jetzt wird die Mundpropaganda sicher helfen, welch tolles Stück wir da spielen.

NÖN: Und Sie selbst: Widmen Sie sich ganz der Intendanz oder stehen Sie auch auf der Bühne?

Blum: Ich stehe sehr wohl auf der Bühne, heuer zwar nicht in „Amadeus“, da war keine Rolle für mich dabei, aber ich trete erstmals selber im Rahmen der drei Sommernachts-Kabarettabende auf der Rosenburg neben Angelika Niedetzky am 10. Juli und Lizzi Engstler am 18. Juli auf. Martin Oberhauser und ich spielen unser neues Kabarett ,Jetzt oder nie‘ am 25. Juli. Und darauf freue ich mich schon sehr, dass ich zum ersten Mal hier agiere. Außerdem spiele ich ja während des Jahres Kabarett, so an 40, 50 Abenden im Jahr. Das ist gerade eine Größenordnung, die ich vereinen kann mit meinen Festivals, die ich habe. Und zusätzlich arbeite ich ja als Psychologin und mache Beratungen für Unternehmen mit Teamentwicklungen und Konfliktmoderationen. Mehr geht sich nicht aus, schließlich habe ich ja noch eine kleine Tochter mit zweieinhalb Jahren.

NÖN: Konfliktlösung ist hier auf der Rosenburg aber nicht notwendig, oder?

Blum: Immer wieder. Glauben Sie mir, es gibt viel Emotionen und daher immer wieder Konflikte, und da hilft mir meine Ausbildung als Psychologin natürlich sehr.